Nach Jahrhunderten der Obrigkeitsgläubigkeit ist die Kritik zu einem Bestandteil der Gesellschaft geworden. Es gibt nicht nur eine Verantwortung zum Gehorsam, sondern auch zur Gestaltung. Das gilt auch für die Kirche. Christen haben nicht nur das Recht zur Kritik, sondern sogar die Pflicht, wenn es ihrer Meinung nach um das Wohl der Kirche geht, ist im geltenden Kirchenrecht vermerkt.
Beim heurigen Begegnungsfest in der Kirchenbeitragsstelle Steyr stand das Thema Kritik im Mittelpunkt des Abends. Man könnte über die verstopften Kanäle der Kritik jammern: Vor allem der Austausch zwischen oben und unten will in der Kirche nicht so recht funktionieren. Theolog/innen fordern schon lange klare Strukturen, die das Gespräch erleichtern. Die charmanteste Form von Kritik ist die, die in Humor verpackt ist und über die man auch schmunzeln kann. Der Karikaturist der Kirchenzeitung, Lois Jesner, bemüht sich Woche für Woche um eine solche Art von Kritik: Seine Feder ist spitz und dennoch spießt er nicht auf. Mit seinen pointierten Zeichnungen möchte er einen Beitrag leisten, dass das Lächeln in der Kirche nicht in Vergessenheit gerät.