Ausgabe: 2003/41, Bilanz, Zwergenaufstand, EU, Afghanistan, Krieg
07.10.2003
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Bescheidene Bilanz
Exakt zwei Jahre sind vergangen, seit die USA mit dem Angriff auf Afghanistan ihre erste Front im „Krieg gegen den Terror“ eröffnet haben. Das Taliban-Regime ist zwar rasch zusammengebrochen. Aber trotz der 30 Milliarden Euro, die der Kriegseinsatz am Hindukusch bislang gekostet haben soll, hat sich für die Menschen kaum etwas verändert – vor allem nicht für die Frauen. Bislang bleiben die großspurig angekündigten Hilfen für den Wiederaufbau aus. Zum Teil auch deshalb, weil die Gelder, im Irak eingesetzt, noch Schlimmeres verhindern sollen. Dabei hätte man sich auch in Afghanistan keine monströsen Großprojekte erhofft: gerechte Löhne für Lehrerinnen und Lehrer alleine wären schon ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Terror. Und es ist bezeichnend, dass ein österreichisches Hilfsprojekt mit 700.000 gespendeten Euro bereits zur Großbaustelle in Kundus und zum Hoffnungsträger für eine Stadt mit 150.000 Einwohnern wird. Achleitner
Zwergenaufstand
Als „Anführer der Zwerge“ bezeichnete kürzlich der grüne EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber die Regierung. Er stieß sich an ihrer Forderung „ein Kommissar für jedes Mitgliedsland“. Nachdem die Kommissare ja tatsächlich nicht die Vertreter ihrer Länder sind , hat Voggenhuber mit seiner Kritik ja recht. Aber wo ist sein Einsatz, wenn „die Großen“ gegen „die Kleinen“ spielen. Österreich droht vom Transitverkehr erstickt zu werden. Die EU-Behörden und Gerichte sind aber nur schnell, wenn es um die Interessen der Frächter geht. Maßnahmen im Interesse der Menschen werden seit Jahren verschleppt. Ich bin für den Zwergenaufstand, aber dort, wo es sich lohnt.