Jedes Bild macht es deutlich, jeder Bericht erwähnt es. Papst Johannes Paul II. ist schwer krank. Genau beobachten die elektronischen Augen der Welt seine Bewegungen, das Auf und Ab seiner Stimme. Wie lange noch? Wird er zurücktreten? Wie geht es ihm wirklich? Kann er die Kirche noch leiten? 25 Jahre ist Karol Wojtyla nun als Papst Johannes Paul II. im Amt. Eine lange Zeit für ein Pontifikat, aber wer den dynamischen, kraftstrotzenden Mann vor Augen hat, der im Oktober 1978 Papst wurde, wird nachdenklich. Ein Viertel Jahrhundert nur kann einen Menschen körperlich so sehr niederdrücken.
Da gehen andere Bilder um die Welt. Bilder von Menschen in den besten Jahren. Sie halten die Zügel in der Hand, versuchen zumindest, sie nicht loszulassen. Es sind die wirklich Mächtigen, die meinen, über Krieg und Frieden entscheiden zu können. Im Nahen Osten prallen sie aufeinander. Weltgewandt, einflussreich, ausgestattet mit Waffenarsenalen und Geld treten sie auf– und stehen trotzdem ohnmächtig da. Mehr und mehr geht der Frieden unter ihrer Regentschaft verloren.
Es gibt Leute, die meinen, mit ihrem Papst wäre die katholische Kirche alt geworden. Doch ob alt oder jung ist nicht die Frage. In jedem Alter steckt eine eigene Würde. Für Christen ist entscheidend, ob in ihren alten oder jungen Gesichtern – je nachdem – die Züge Christi und der Erlösung durchscheinen. Nicht das Alter verzerrt die Züge, sondern ein hartes Herz.