Mit ihrem fröhlichen Gesicht wirbt Missio Austria für den Sonntag der Weltkirche. Der Blick hinter das Plakat zeigt jedoch: mit etwas Hilfe könnte für Schwester Maria Lucia der Einsatz in Ruanda leichter sein.
War es Zufall oder Vorsehung, dass Ernst Zerche beim Pfarrfest in Nyanza Schwester Maria Lucia kennen gelernt hat? Dabei gelang dem Steirer, er besuchte für Missio Austria in Ruanda die Projektpartner, das Foto der 32-jährigen Ordensfrau, deren verschmitztes Lächeln nun für Aufmerksamkeit sorgt. Sie verkörpert den Sonntag der Weltkirche, der am 19. Oktober Interesse für Ruanda wecken will. Das Land im Herzen Afrikas ist seit neun Jahren untrennbar mit dem Völkermord an Hunderttausenden Tutsis verbunden. Durch ihn hat auch Maria Lucia zwei ihrer sechs Geschwister verloren. Und die unbeschreibliche Brutalität – wie gegen ihre Mitschwestern vom Benebikira-Orden –, hat in den meisten tiefe seelische Wunden hinterlassen.
Um diese Wunden sorgte sich bis vor kurzem Sr. Maria Lucia im ordenseigenen Waisenhaus. Den Elternlosen die Geborgenheit einer Familie bieten und sich um ihre Gesundheit sorgen. Denn als Folge von Missbrauch in der Zeit des Völkermordes ist heute jedes fünfte Kind mit Aids infiziert. Täglich mit dem unausweichlichen Schicksal konfrontiert zu sein, hat seinen Preis: ein Nervenzusammenbruch war es bei der engagierten Ordensfrau. Nun will Sr. Maria Lucia umsteigen und Lehrerin werden. Doch auch das ist nicht leicht für sie. Der kleinen Ordensgemeinschaft fehlt das Geld, ihre Umschulung zu finanzieren.