Können Sie sich an die letzte Fußball-Weltmeisterschaft erinnern? In den Medien war sie dauernd präsent, die Auslosung wurde ebenso verfolgt wie die einzelnen Spiele – bis hin zum großen Finale. Selbst Sportmuffel kamen an ihr nicht vorbei, zumindest bekam jede/r mit, dass sich Brasilien den Titel holte. War’s nicht so?
Falsch! Die letzte Fußball-WM ging vergangenen Sonntag zu Ende: Deutschland siegte mit 2:1 gegen Schweden. Die deutschen Damen wohlgemerkt. Was für ein Unterschied zur Herren-WM. Das Damenturnier fand im Verhältnis fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, das Finalergebnis war bestenfalls eine Randnotiz in der Tagespresse. Dabei unterscheidet sich der Damenfußball wohltuend von dem was die Männer oft abliefern: Mit Herz gespielt, unter vollem Einsatz, ohne lästiges Simulieren durch Schwalben und ohne zu viel Kommerzialisierung.
Auch wenn die mangelnde Aufmerksamkeit für den Damenfußball ein Vorteil für die sportliche Leistung zu sein scheint, zeigt sie doch, dass Fußball in unserer Gesellschaft noch immer „Männersport“ ist. Und das ist öffentliche sexuelle Diskriminierung.