Das Seelsorgeteam Holzhausen zieht an einem Strang: Pfarrprovisor Alois Hofmann (von rechts), Mag. Hermann Zauner (Verkündigung), Mag. Robert und Margarete Wörister (Liturgie), Hedwig Riedelberger (Diakonie) und Veronika Sonntagbauer (Koinonia).
Dass die 400 Katholiken der Pfarre Holzhausen bei Marchtrenk keinen eigenen Pfarrer mehr bekommen würden, war klar. Wie die Zukunft der Pfarrgemeinde ausschauen sollte, lag in ihren eigenen Händen.
„Wir sind froh, dass es die Möglichkeit des Seelsorgeteams gibt“, sagt Veronika Sonntagbauer, bis vor kurzem Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und nun als Mitglied des Seelsorgeteams für die „Koinonia – Gemeinschaft“ zuständig: „Denn, was wäre die Alternative gewesen?“ – Das Seelsorgeteam gibt sich keiner Illusion hin: Die kleine Pfarre Holzhausen wäre ein Satellit von Marchtrenk geworden und die Leute hätten sich vermutlich verlaufen. Um das zu verhindern, entschloss sich der Pfarrgemeinderat nach der Pensionierung von Pfarrer August Krenn im August 2003, die Pfarre mit dem Modell des „Seel-sorgeteams“ weiterzuführen. Wie bisher beauftragt die Diözese dabei einen Priester als Provisor oder Moderator mit der Leitung der Pfarre. Neu ist aber, dass der Provisor – im Fall von Holzhausen Pfarrer Alois Hoffmann aus Marchtrenk – vor Ort ein Team vorfindet. Jedes Mitglied dieses Seelsorgeteams ist für einen Teilbereich zuständig: Margarete und Robert Wörister nehmen sich um die Liturgie an, Hedwig Riedelberger um die Diakonie (Caritas, Soziales), Hermann Zauner um die Verkündigung und die Fäden laufen bei Veronika Sonntagbauer zusammen. Sie sorgt sich um das Gemeinschaftsleben (Koinonia) und wird auch zu einer festen Zeit in der Pfarrkanzlei erreichbar sein.
„Unsere“ Pfarre
Das Seelsorgeteam gibt offen zu, dass es nicht einfach war, sich für die neue Aufgabe zu entscheiden. Gerade durch das intensive Vereinsleben in Holzhausen hat jeder schon genug Verpflichtungen am Hals. Dennoch. „Mir persönlich ist der Glaube ein Anliegen und ich möchte, dass auch unsere Kinder den Glauben in einer lebendigen Gemeinschaft erfahren. Wenn man diesen Wunsch hat, muss man dafür auch etwas tun“, meint Margarete Wörister. Und die Teammitglieder pflichten ihr bei: „In einem kleinen Ort muss man eben mehr zusammenhalten und sich einsetzen als in einem großen.“
Eine zusätzliche Motivation ist der Vertrauensvorschuss durch die Bevölkerung. Sonntagbauer ist Mutter von drei Kindern und Hausfrau: „Uns freut, dass die Leute uns das zutrauen.“ So setzt das Seelsorgeteam nun seine ersten Schritte. Hermann Zauner ist als Verkäufer im Außendienst unterwegs und ein örtlicher Vereinsmulti. Zu seinen Aufgaben in der Pfarre gehören nun die Erstkommunion- und Firmvorbereitung, wo er auch bisher schon aktiv war. „Mit einem gewissen Gottvertrauen wird es funktionieren, auch wenn man nicht alles 100prozentig machen kann.“ Hedwig Riedelberger leitete bisher schon den Sozialausschuss der Pfarre. Für sie wird sich am wenigsten ändern – mit einer Ausnahme: „Bisher hat der Herr Pfarrer angerufen und gesagt, was zu tun ist. Jetzt werden wir selbst initiativ werden.“
Im Bereich der Liturgie werden sich die konkreten Aufgaben erst zeigen. Das Ehepaar Wörister ist aber gelassen: „Von uns wird nichts verlangt, was uns überfordern würde.“ Besonders froh ist Pfarrer Alfred Hoffmann um das Seelsorgeteam: „Ohne Team hätte ich sicher nicht als Provisor zugesagt“.