D er Staat muss sparen und die Kirche auch. Firmen schnüren Sparpakete, reduzieren Personalstände. Allenthalben enttarnt man Kostenfresser. Selbst Autokonzerne machen es so. In Kalifornien hat man einen Gouverneur gewählt, der zwar selbst viel Geld hat, aber ansonsten dem Staat beim Sparen helfen soll. Sparen ist zu einer Staatsphilosophie geworden. Aber haben Sie sich nicht auch schon gefragt: Wo kommt denn all das Ersparte hin? Irgendwo muss ein Loch sein, in dem all das Ersparte verschwindet. Da lese ich von einer Statistik, die sagt: „Das Geldvermögen der Österreicher im 1. Quartal 2003 nahm um 3,5 Mrd. Euro gegenüber dem 1. Quartal 2002 zu.“ D as also ist die löchrige Stelle. Weniger die öffentlichen Institutionen sind es, in denen das Geld versickert. Es gibt auch heute die gut gehenden Geschäfte, den Neureichtum aufstrebender Branchen. Es gibt die geschickten Spekulanten, die „Glückspilze“, die auch heute mehr anzulegen haben, als sie ausgeben können – um gigantisch viel mehr sogar. Nicht Sparen, Anlegen ist ihr Problem. Aber sind es auch die Glücklichen? Sie können es sich leisten, gut zu leben – und meinen damit Autos, Essen, Angenehmes. Aber: Gut leben hat mehr mit Güte zu tun als mit Gütern. Und so geht es in der Weltsparwoche weniger darum: Sparen, damit man gut leben kann, sondern: etwas tun, damit gutes Leben für alle möglich wird. Und – weil Nationalfeiertag ist: Wäre das nicht auch eine staatliche Bemühung wert?