„Kontakt“ heißt eine Frauengruppe in Kremsmünster, die sich um Austausch zwischen österreichischen und ausländischen Frauen bemüht.
„Wir haben uns nicht so eine gute Atmosphäre vorgestellt. Es war überhaupt nicht künstlich, sondern gleich sehr natürlich“, erzählt Andrea Schmatzer vom ersten Treffen der Frauengruppe. Kroatische und österreichische Frauen begegneten einander in gemütlicher Runde.
Einander kennen lernen
„Wir haben zuerst ein Lied gesungen und dann ein kurzes Gebet gesprochen“, berichtet Schmatzer. Dann haben sich die Frauen in Gruppen zusammengesetzt – immer solche, die einander noch nicht kannten – und haben sich vorgestellt. Dabei wurde bald klar, dass die Österreicherinnen mehr über die Herkunft der Kroatinnen wissen möchten: Sie sind infolge der Balkankriege der 90-er Jahre nach Österreich geflüchtet, aber nicht alle kamen aus dem heutigen Kroatien, sondern z.B. auch aus Bosnien-Herzegowina. Eine Landkarte wird fixer Bestandteil des nächsten Treffens sein. Ein kleines Problem war die Sprache – für die Österreicherinnen: „Wir können kein Kroatisch, sie tun sich mit unserem Dialekt schwer – es war doch eigenartig, die ganze Zeit Hochdeutsch zu sprechen“, sagt Andrea Schmatzer.
Gemeinsam Feiern
Als Projekt für den Lehrgang „Familienbeleiter/in“entwickelte Schmatzer die Frauengruppe Kontakt. Die Idee ist jedoch in ihrer Pfarre Kremsmünster entstanden, wo sie den Fachausschuss für Soziales des Pfarrgemeinderates leitet. In Kremsmünster beträgt der Anteil ausländischer Bewohner rund 12 Prozent, für die Kroaten gibt es fast jeden Sonntag eine eigene Messe. Die Kinder erhalten kroatischen Religionsunterricht im Pfarrheim. Der Fachausschuss für Soziales gestaltete gemeinsam mit den Kroatinnen und Kroaten einen Gottesdienst. Sogar ein Chor aus Kremsmünsterern und Kroaten wurde eigens dafür gebildet. Seit dieser gemeinsamen Feier gibt es Kontakte zwischen kroatischen und österreichischen Frauen, die Idee einer gemeinsamen Frauengruppe entstand. „Frauen sind oft weit weniger integriert als Männer“, erläutert Andrea Schmatzer. Von Seiten der Österreicherinnen bestand das Angebot, einen Sprachkurs durchzuführen. Da aber ein offizielles Abschlusszertifikat notwendig ist, kam dieser nicht zustande und die Frauen besuchen jetzt einen Kurs der Volkshochschule. Viele sind für die Arbeiten, die sie in Österreich verrichten, überqualifiziert: Mangelnde Sprachkenntnisse erschweren den Einstieg in ihre erlernten oder studierten Berufe.
Die Frauengruppe möchte die bei der gemeinsamen Messe entstandenen Kontakte zwischen österreichischen und kroatischen Frauen aufrecht erhalten und vertiefen. Das erste Treffen war ein positiver Beginn: „Wir sind nach dem ‚offiziellen‘ Teil noch lange beieinander sitzen geblieben“, freut sich Andrea Schmatzer. Auch über die nächsten Treffen wurde bereits gesprochen: „Eigentlich wollten wir gemeinsam etwas kochen, aber die Kroatinnen haben uns gesagt, sie möchten für uns eines ihrer Gerichte kochen“, erzählt die Pfarrgemeinderätin. Das Kontakt-Finden funktioniert in Kremsmünster.
Das nächste Treffen findet am 10. November um 19 Uhr im Pfarrheim Kremsmünster (Küche) statt.