Ein Tisch, vier Sesseln, eine Kerze und ein Pfarrassistent, der mit Freude an seine Arbeit geht. Das ist die Grundaus-stattung der Seelsorgestelle in dem neuen Linzer Stadtteil „Solar City“.
Geplant war der ebenerdige Raum mit großer Glasfront als Verkaufslokal, jetzt dient er die nächsten Jahre vorerst als Seelsorgezentrum. Pfarrassistent Martin Schachinger ist von seinem neuen Arbeitsplatz begeistert. Das 70 Quadratmeter große Zentrum liegt am Hauptzufahrtsweg in die Solar City (bei Pichling). In der Glasfront sieht er eine einzigartige Möglichkeit zur Öffentlichkeitsarbeit: An seinen Ankündigungen kommt künftig niemand vorbei. Bei den Planungen für Schachingers Arbeit war manchmal die Rede, dass er von Null auf anfangen muss. Das ist nur bedingt richtig. Schachinger: „Die Bewohner der Solar City haben eine hohe Bereitschaft, ihren Lebensraum mitzugestalten.“ Das zeigt sich am Engagement der Eltern, zu denen er als Religionslehrer in der ebenfalls neuen und noch kleinen Volksschule Kontakte geknüpft hat. So wird es bereits zum Martinsfest einen Laternenumzug geben, Adventkranzsegnung und Kindermette sind geplant. Nach neun Jahren pastoraler Arbeit mit Schwerpunkt Jugend liegen Schachinger die jungen Menschen besonders am Herzen. Für sie möchte er ebenfalls bald Angebote schaffen. Und ab Jänner, so hofft er, sollen im – noch namenlosen – Zentrum regelmäßig „Wort Gottes Feiern“ stattfinden. Von den geplanten 1300 Wohnungen sind zur Zeit 200 bezogen, aber beinahe im Monatsrhythmus werden neue Häuser fertig. Rechtlich gehört die Solar City zur Pfarre Pichling. Taufgespräche, Erstkommunion- und Firmvorbereitung werden aber im neuen Pfarrzentrum erfolgen. „Die Situation, in der ich arbeite, entspricht meiner Spiritualität“, erzählt Schachinger: „Ich sehe die Kirche als Institution, die auf die Menschen zugeht und ihnen hilft, an ihren Lebenshaus zu bauen.“ Josef Wallner