Der Neoliberalismus zeigt 473 Menschen die noch bei Carrera Optyl in Traun arbeiten, sein hässlichstes Antlitz. Wieder einmal muss auch die Politik ihre Machtlosigkeit eingestehen: 1994 hatte der damalige Bundeskanzler Vranitzky eine Finanzierung für das damals marode Unternehmen erwirkt. Es reichte für nicht einmal zehn Jahre.
Besonders Frauen sind von der Schließung betroffen. Sie verdienen oft jenen Teil des Familiengehaltes, mit dem die laufenden Ausgaben bezahlt werden, während das Einkommen des Mannes die Fixkosten für Wohnung, Auto etc. abdeckt. Der Verlust des sogenannten „Zweitgehaltes“ ist daher genauso tragisch als würde der Mann seinen Job verlieren. Für Alleinverdiener/innen ist der Jobverlust ohnehin eine Katastrophe.
Wie in anderen Fällen auch werden Stiftungen und Unterstützung den Betroffenen in der ersten Zeit helfen. Man wird versuchen, ihnen wieder Jobs zu verschaffen – nicht immer wird es gelingen. Am grundsätzlichen Problem ändert dies nichts: Dass im neoliberalen Denken menschliche Schicksale nicht einmal dann Platz haben, wenn ein Werk – wie Carrera-Optyl – positiv bilanziert.