Gut hat sie geschmeckt – die Martinigans. Lange muss man nicht darben. Am 30. November ist mit Adventbeginn „Bratwürstlsonntag“. Zu Nikolaus war früher nur die Frage: mit Schoko oder mit Zuckerguss. Mit den ersten Weihnachtskeksen wird man sich die knappen Wochen hinüber retten bis zum Tag, an dem es zu entscheiden gilt: Weihnachtskarpfen paniert oder gekocht?
Eigentlich schon eigentümlich, dass man sich beim Essen selbst in säkularisierten Zeiten so genau an den christlichen Festkalender hält. Fest meint hier „fest“ essen. Es kommen die Tage, in denen die Frömmigkeit nicht weiterhilft. Da muss man sich an die Faschingskrapfen halten, ehe deren Verzehr mit dem Aschermittwoch-Heringsschmaus ein jähes Ende findet. Es beginnen die Tage köstlicher Fastensuppen, mit denen man die Zeit bis zum Osterzopf oder Oster-Lammbraten mühelos überbrückt. Für manche unterscheidet sich der Sonntag von den anderen Tagen vor allem durch das Kipferl statt dem sonst üblichen Semmerl. Nur: Wer seine Frömmigkeit mit dem Magen pflegt, braucht sich nicht wundern, dass ihm gelegentlich in Glaubensdingen übel wird.