Die Anfrage von „Zielpunkt“ im Pfarrhofgarten einen Supermarkt zu errichten, sorgt seit zwei Wochen in der Gemeinde für Aufregung. Was P. DI Gotthard Niedrist, Forstmeister des Stiftes Kremsmünster, nicht versteht. Für Pettenbach als „Stiftspfarre“ liegt die wirtschaftliche Verantwortung beim Kloster. P. Gotthard: „Die Initiative ist von ‚Zielpunkt‘ ausgegangen, die Gemeinde signalisierte Unterstützung und meine Aufgabe liegt darin, das dem Stift Anvertraute zu nutzen.“ Die Konventmitglieder haben ihm den Auftrag gegeben, Verhandlungen zu führen. Ob das Projekt realisiert werde, könne er nicht sagen. Die weiteren Schritte liegen bei Gemeinde und Land. Bgm. Friedrich Schuster: „Wir sind dem Stift dankbar, wenn es dieses Grundstück zur Verfügung stellt, denn wir haben sonst keinen Platz zur Entwicklung des Ortskerns.“
PGR-Obmann Johann Reiter kritisiert vor allem, dass er von der geplanten Verpachtung „von hinten herum“ erfahren habe. Im Zuge einer Baubesprechung, bei der es um das neue Pfarrzentrum ging, hörte er erstmals davon. Die beabsichtigte Öffnung ließ die Emotionen hoch gehen, sagt Reiter: „Viele sehen den Garten als historisch wertvoll an, aber man wird sehen“. Er sei über die ganze Situation unglücklich, weil die Verwirklichung des Pfarrzentrums in diesem Klima sicher schwieriger werde. P. Gotthard versteht die Emotionen nicht: „Jede Pfarre erwartet, dass das Stift immer gibt, und gleichzeitig dürften wir keine Geschäfte machen.“ Seine Aufgabe sei es, die Substanz des Stiftes so zu nutzen, dass sie dem Stift und den Pfarren langfristig zu Gute kommt. Wird das Projekt nicht realisiert, meint P. Gotthard: „Wenn es nicht geht, dann eben nicht.“