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Die Kinder des Konzils

Laientheolog/innen feiern 25 Jahre Zentrum der Theologiestudierenden
Ausgabe: 2003/47
18.11.2003
- Josef Wallner
„Mit den Laientheologen und Laientheologinnen ist ein Potenzial in der Kirche herangewachsen, das es vorher so nicht gegeben hat“, erklärt Alois Giglleitner, Ausbil-dungsleiter der Theologiestudierenden der Diözese Linz.

Für Giglleitner sind Laientheolog/innen eine späte Frucht des Konzils. Zu Beginn der siebziger Jahre begannen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese Linz in größerer Anzahl junge Frauen und Männer zu studieren. Die Priesterseminaristen stellten noch die Mehrheit der Hörer/innen, die Zahlen der Laientheologen nahm aber ständig zu.

Aufbruchstimmung

Mag.a Anna Wall-Strasser gehörte zu den Studentinnen dieser Generation. 1978/79 wurde sie zur Sprecherin der „Arbeitsgemeinschaft der Laientheologen“ gewählt: „Wir haben nicht gewusst, welches Selbstverständnis wir als Laientheologen haben, aber es herrschte Aufbruchsstimmung.“ Der überwiegende Teil der Studierenden kam aus kirchlichen Jugendgruppen und fühlte sich in seinem Handeln ganz dem Evangelium verpflichtet. „Die meisten wollten auch in der Kirche ihre berufliche Heimat finden“, so Wall-Strasser. Für die Selbstfindung als Laientheologen sei ein eigener Ort wichtig gewesen. Diesen bekamen sie 1978 mit dem „Zentrum für Laientheologen“ (heute: Fadingerstraße 22, Linz). „Trotz vieler Diskussionen gab uns vor allem der Pastoralamtsleiter Josef Wiener zu verstehen: Die Kirche will uns. Sie sieht in uns eine Ressource für die Kirche der Zukunft“, erinnert sich Wall-Strasser: „Das zu spüren, war schön.“

Heute stehen an die 450 Männer und Frauen mit abgeschlossenem Theologiestudium im Dienst der Diözese Linz. Davon sind 332 Religionslehrer/innen an höheren Schulen. Eine weitere große Gruppe arbeitet – ausschließlich oder zusätzlich zur Schule – in der Pastoral: in Pfarren, in der Krankenhaus- und Betriebsseelsorge, in der Bildungsarbeit. Die Aufzählung nennt nur die zahlenmäßig wichtigsten Arbeitsplätze. Dazu kommen Arbeitsbereiche in sozialen Feldern. „Theologen sind vielseitig verwendbar“, meint Giglleitner schmunzelnd: „Eine Zusatzqualifikation ist aber ein unbedingtes Muss.“

Zur Zeit hat Gigleitner 212 Adressen von Theologiestudierenden, die mit der Diözese Linz in Kontakt sein möchten. Jährlich beginnen etwa dreißig Leute aus Oberösterreich an allen Fakultäten in Österreich Theologie zu studieren.
Im Unterschied zu den früheren Theologengenerationen hat sich die Motivation zum Studium geändert: „Die jungen Leute haben eine wesentlich lockerere Kirchenbindung als früher. Sie studieren in ihrer Mehrzahl, weil das Fach interessant ist.“

Theolog/innen gesucht

Im Studium schwingt ein starker Aspekt der Selbstfindung mit, so Giglleitner: „Ich ermuntere die Studierenden auch an eine Anstellung in der Kirche zu denken.“ Bis 2010 werden sechzig Mitarbeiter/innen für die Pfarrpastoral gesucht. „Die religiösen Fragen sind nicht gestorben und so werden in Zukunft auch Theologen in Kirche und Gesellschaft gebraucht.“




Zur Sache


Bunt und Vielfältig

Die Interessensgemeinschaft der Laientheolog/innen hat das Buch mit dem Titel „LaientheologInnen. Unsere Stärke ist die Vielfalt“ herausgebracht. Elf Theologen und Theologinnen aus Oberösterreich erzählen sehr persönlich von ihren aktuellen Berufsfeldern. Sie geben Einblick in ihren Werdegang und in ihr theologisches Selbstverständnis. Das Buch (65 Seiten) erscheint im Verlag Wagner, kostet acht Euro und ist ab 24. November im Buchhandel erhältlich.

Das Zentrum der Theologiestudierenden (Fadinger-straße 22, Linz) feiert am 21. November sein 25-jähriges Bestehen. Ein Studienteil beschäftigt sich mit der Kirche als Arbeitgeberin (9 bis 17.30 Uhr im Priesterseminar), ab 19.30 Uhr ist ein Festakt mit Bischof Aichern im „Zentrum“.




Neue Ämter

Pfarrer August Aichhorn aus Pregarten arbeitet seit 1990 mit Pastoralassistent/innen zusammen: „Ich freue mich, dass die Kirche versucht, ihre Aufgaben neu aufzuteilen. Das ist auch ein guter Weg, neue Ämter in der Kirche zu entwickeln. Es braucht aber das ständige Miteinander von Priestern und Laien, um einander in der je eigenen Ausdrucksform wahrzunehmen und um die Zukunft zu gestalten“.
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