Ausgabe: 2003/47, Europa, Jugendservice, Erasmus, Ausland, Freiwilligendienst, EU
18.11.2003
- Julia Alletsgruber
Beim Europäischen Freiwilligendienst können Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren bis zu einem Jahr in einem Land der EU arbeiten.
Was tun nach der Schule? Eine Frage, die sich bestimmt viele Maturanten, aber auch Schulabgänger oder Studienabbrecher stellen. Eine Alternative zum direkten Einstieg ins Berufsleben oder zum sofortigen Studienbeginn bildet der „Europäische Freiwilligendienst“(EFD). Es handelt sich dabei um ein von der EU gefördertes Programm, das es Jugendlichen ermöglicht, sechs bis zwölf Monate lang an einem Projekt im EU-Ausland mitzuarbeiten. Einzige Voraussetzung: Du musst zwischen 18 und 25 Jahre alt sein.
Tätigkeitsbereiche sind vor allem Kultur, Sozialarbeit, Umweltschutz und auch die Medien. Man kann also ebenso in einem Behindertenheim in Frankreich arbeiten wie auch sich an einem Umweltschutzprojekt in Großbritannien beteiligen oder bei einem griechischen Radiosender tätig werden und vieles mehr. Großartige Sprachkenntnisse sind nicht unbedingt notwendig, da für die Volontäre auch ein Sprachkurs für die Dauer des Aufenthalts vorgesehen ist.
Um eine Fremdsprache zu erlernen gibt es natürlich keine bessere Methode, als sich längere Zeit im betreffenden Land aufzuhalten. Ein Auslandsjahr hilft auch dabei, Vorurteile abzubauen und vorgefasste Meinungen, die man sich vielleicht von anderen Ländern und Nationalitäten gemacht hat, zu korrigieren. Eine derartige Erfahrung ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung: Man kommt mit anderen Kulturen und Mentalitäten in Berührung.
Neue Erfahrungen machen
Auch wenn es anfangs schwer sein mag und einigen Mut erfordert, sich in eine fremde Umgebung einzufügen, so lohnt es sich am Ende. Man ist auch nicht ganz auf sich allein gestellt, denn regelmäßig organisierte Treffen mit anderen jungen Leuten aus ganz Europa, die in derselben Region ihren Auslandsdienst absolvieren, dienen dem Erfahrungsaustausch. Auf diese Weise macht man viele Bekanntschaften und schließt vielleicht auch so manche Freundschaft. Und wenn erst einmal die Sprachbarriere überwunden ist, kommt man leichter mit Einheimischen in Kontakt.
Aber auch der praktische Aspekt eines solchen Auslandsaufenthalts ist zu beachten, denn die freiwillige Arbeit soll ja unter anderem der beruflichen Orientierung dienen. Und selbst wenn man in dieser Tätigkeit nicht seinen späteren Beruf sehen sollte – eine Auslandserfahrung putzt sicherlich jeden Lebenslauf auf und vergrößert die Karrierechancen.
Horizont erweitern
Nun gibt es auch im universitären Bereich die Möglichkeit, einen Teil des Studiums im Ausland zu verbringen, unter anderem dank des europäischen Programms „Erasmus“. Auch hier gilt: Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte diese Chance nützen, denn man lernt vieles, das über das rein akademische Wissen hinausgeht. Auch wenn das Studium im Vordergrund steht, kann man doch gleichzeitig Neues entdecken und seinen Horizont erweitern.Julia AlletsgruberWeitere Infos zum EFD beim Jugendservice des Landes OÖ: Tel. 0732/1799, www.jugendservice.at.