Pettenbach: Pfarre baut Bildungs- und Veranstaltungszentrum
Ausgabe: 2003/48, Pettenbach, Pfarrzentrum,
25.11.2003
- Josef Wallner
In den Medien ist Pettenbach seit Wochen wegen der umstrittenen Öffnung des Pfarrgartens für einen Supermarkt. Den Pfarrgemeinderat beschäftigt aber ein ebenso brennendes Thema: das neue Pfarrzentrum.
Der Südtrakt des 47 Meter langen Pfarrhofs beherbergt bisher schon das Pfarrzentrum. Dieses soll nun vergrößert, modernisiert und zu einem „Bildungs- und Veranstaltungszentrum der Pfarre“ werden. „Wir möchten damit Pfarre, Gemeinde und Bevölkerung verbinden“, so ein Team des Pfarrgemeinderats. Mit einer modernen Küche, einem Saal mit flexibler Bühne und mehreren kleinen Räumen solle das neue Zentrum für möglichst viele Vereine, Gruppen und Bevölkerungsschichten ein attraktiver Treffpunkt werden. „Wir wollen damit die Kommunikation in der Gemeinde verstärken“, erklären die Pfarrgemeinderäte und freuen sich, dass ihr Konzept eines offenen Zentrums auf positives Echo stößt. Baubeginn ist für Herbst 2004 geplant, die Kosten sind mit 700.000 Euro veranschlagt.
Doch zur Zeit dominiert in Pettenbach, einer Pfarre des Stiftes Kremsmünster, ein anderes Thema: Das Stift will einen Teil des 12.000 Quadratmeter großen Pfarrgartens an eine Handelskette verpachten, die einen Supermarkt errichten möchte. „Die Verwertung der Gartens und die Einnahmen daraus sind natürlich Sache des Stiftes“, sagt Pfarrgemeinderatsobmann (PGR) Johann Reiter, aber die große Mehrheit der PGR-Mitglieder kann dem Vorhaben nichts abgewinnen. Sie werden in einer Resolution Abt Oddo Bergmair bitten, ob er nicht ein anderes Grundstück für die Entwicklung des Ortes zur Verfügung stellen könnte. Der Garten sollte als Stück Heimat erhalten bleiben, so Reiter: „Für uns als Pfarre lässt sich der Wert des Gartens nicht nur in Euro bemessen.“ Die Resolution versteht Reiter nicht als Protest, sondern als Gedankenanstoß: „Denn uns liegt sehr an einem guten Verhältnis zum Stift.“