Am Dienstag erhielt Simon Wachsmuth den Otto-Mauer-Preis. Es ist die wichtigste Auszeichnung für junge bildende Künstler in Österreich.
Der Otto-Mauer-Preis bedeute ihm sehr viel, meint Simon Wachsmuth. Nicht nur, weil er mit dem Preisgeld von 11.000 Euro manche Projekte in Ruhe vorantreiben kann. „Dieser Preis berührt mich, weil er den Namen eines Mannes trägt, der mich sehr interessiert hat. Obwohl ich selber nicht religiös bin, fasziniert mich, wie Msgr. Mauer aus seinem Glauben heraus die Begegnung mit der Zeit in der Philosophie und der jungen Kunst gesucht hat. Er wurde so zum Mentor für eine ganze Generation.“
Aber vielleicht ist es auch eine gewisse Seelenverwandtschaft, die Wachsmuth mit dem legendären Monsignore verbindet. Die Suche nach dem Verstehen einer komplexen Welt, das genaue Hinschauen auf Zusammenhänge. Denn trotz der Verwendung einfachster Zeichen geht es Wachsmuth um das Entdecken und Wahrnehmen der Welt, wie sie nun einmal ist, mit ihren schönen und ihren bedrohlichen Seiten. Er ist kein Polemiker, sondern einer, der Nachdenklichkeit und Diskussion auslösen will. Soziale Fragen interessieren ihn ebenso wie die Spannung zwischen Natur- und Kulturlandschaft, zwischen dem segensreichen Miteinander und der egoistischen Ausbeutung. Simon Wachsmuth ist 1964 in Hamburg geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Israel, wo sein Vater als Journalist gearbeitet hat. 1983 kam er in die Heimatstadt seines Vaters Wien, wo dieser als Jude die NS-Zeit nur mühsam überlebt hat. Dort studierte er Malerei, Grafik und Medienkunst (u. a. bei P. Weibel). Heute lebt er in Wien und Berlin.