Sie denken, das war schon immer so – oder zumindest seit urdenklichen Zeiten? Wer als urdenkliche Zeit jene versteht, in denen die Uroma gelebt hat, der könnte mit seiner Schätzung hinkommen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand in protestantischen Gebieten Norddeutschlands der Adventkranz. In den alpenländischen Gebieten wurde er erst nach dem Zweiten Weltkrieg üblich. Zuvor wurde der Advent vorrangig als das begangen, was er liturgisch auch heute sein soll: als Fastenzeit.
Dieser Adventkranz ist erstmals vom späteren Begründer der „Inneren Mission“, Johann Hinrich Wichern, im so genannten Rauhen Haus bei Hamburg eingeführt worden. In dieser Erziehungsanstalt für Kinder war es üblich, einen Kranz mit Lichtern zu besetzen – für jeden Sonntag eine große, für jeden Wochentag eine kleine Kerze. Diese Adventslichter sollten an den biblischen Vergleich Christi mit dem großen Licht anknüpfend, die andächtige Erwartung seines Erscheinens fördern.
Verbreitung erfuhr der Adventkranz u. a. auch im Zuge der „Lichter-Romantik“ der deutschen Jugendbewegung. Seine zunehmende Verwendung im Familienkreis ging mit der Festlegung von vier Kerzen für die Adventsonntage einher. Unsere Frage: Wie viele Tage zählt heuer der Advent?