Der orthodoxe Mönch Ilija hat das Licht aus der Geburtsgrotte von Bethlehem an Birgit Göttel weitergegeben.
Die Freude war ihm sichtlich ins Gesicht geschrieben. Pater Ilija hatte kaum mehr damit gerechnet, am vergangenen Mittwoch noch viele Pilger in der Geburtskirche begrüßen zu dürfen. Dass sich dann dennoch eine Gruppe ein-fand, die er noch dazu in Deutsch ansprechen konnte, freute den griechisch-orthodoxen Mönch umso mehr: hatte Ilija doch vor seiner Ausbildung zum Priester vier Jahre lang in München gearbeitet, und „kommen derzeit doch leider viel zu selten deutschsprechende Pilgergruppen ins Heilige Land“. Erfreut war der 73-jährige Mönch auch, dass ausgerechnet an jenem grau verhangenen Nachmittag, an dem er zum Kirchendienst eingeteilt war, die Lampe der Aktion „Friedenslicht 2003“ entzündet werden sollte. Auf Grund seiner freundlichen und zufriedenen Art, die Pater Elija ausstrahlt, wirkte auch Birgit Göttel kaum mehr nervös. Die 13-jährige Schülerin des Stiftsgymnasiums Schlierbach brachte vergangene Woche das Friedenslicht nach Österreich.
Das Friedenslicht zählt für den Mönch, der 14 Jahre hier lebt, zu den vielen kleinen Wundern, die sich täglich in Bethlehem ereignen. Eines der größten Wunder ist jedoch für den gebürtigen Serben, dass im Mai 2002 der israelisch-palästinensische Konflikt um die Geburtskirche nach 40 Tagen unblutig zu Ende gegangen ist. „Zwei Tage hätten wir höchstens noch aushalten können“, erinnert sich Ilija an die schrecklichen Wochen. Dass heute die christlichen Kirchen wenigstens am Geburtsort Jesu konfliktfrei miteinander umgehen, freut den Mönch. Denn selbst am Mönchsgezänk über die Besitzrechte haben sich schon in der Vergangenheit Kriege entzündet.