Kurt Ostbahn geht in Pension. Der KJ gab er ein Interview in Neuhofen/Kr.
Ausgabe: 2003/49, Kurt Ostbahn, Pension, KJ, Neuhofen, Willi Resetarits
04.12.2003
Kurt Ostbahn alias Willi Resetarits geht Ende des Jahres in Pension. Was er zum Thema „Auszeit“ sagt, liest du hier im Interview:
Wenn Ende des Jahres die Pension ansteht – ich habe gehört es soll eine Auszeit geben? Kurt Ostbahn: Jetzt will ich sechs Monate nichts machen. Das hab ich noch nie gemacht, zeit meines Erwerbslebens. Ich habe einmal sechs Monate Auszeit genommen von der Band, oder war es ein Jahr? Das war gerade die Gründungsphase vom Integrationshaus, da ist es sich mit dem Geld nicht ausgegangen. Die Geschäftsführung, die wir selber bestimmt haben, hat gesagt, sie wird das nicht machen, wenn das finanziell so unsicher ist. Da hab ich in dem einen Jahr ziemlich viel mit Geldbeschaffung gemacht. Nachdem ich nicht gewusst habe, wo ich das viele Geld herbekomme, habe ich mich selber vermietet für irgendwelche Veranstaltungen. Dieses eine Jahr war angefüllt mit Rennereien, dass man das Integrationshaus ins Rennen bringt.
Gibt es eigentlich eine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit bei einem selbstständigen und selbstbestimmten Musiker? Oder ist das alles eine Gaudi?
Es gibt keine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit, weil der Beruf ist eigentlich was, was ich auch machen täte, wenn ich es in der Freizeit machen müsste, wenn ich einen Brotberuf hätte. Das heißt, das ist etwas, was ich auch machen täte, um es pointiert zu formulieren, wenn ich dafür zahlen müsste. Nur glücklicherweise ist es so, dass ich was dafür kriege. Und so verschwimmt das.
Kann man schon sagen, was sind so die wichtigen Sachen im weiteren Leben vom Willi Resetarits, wenn der Ostbahn in Pension geht?
Eigentlich geht das in die Richtung, dass ich das versuchen will oder versuchen will zu lernen, langsamer leben, nicht schnell leben, auf sich selber schauen, das sind so Sachen. Irgendwie haben das die anderen auch nicht gemacht. Wir haben geglaubt, wir können alles, wir können quasi fliegen und der Körper macht mit. Wenn wir dann drei Tage durchgehacklt haben im Studio, weil ein Abgabetermin wichtig war, dann haben wir nicht geschlafen, brauchen wir ja nicht usw. Ich glaube, dass die Lebensqualität höher ist, wenn man auf das schaut, was der Körper will und womit man auch selber eine Freude hat, auch mit Nichtberuflichem. Wie gesagt, ausgehalten haben wir es, weil wir ja so viel Freude daran gehabt haben mit der Tätigkeit. Wenn man das machen müsste mit irgendetwas, was man hasst, reißt man eh ein Magengeschwür oder einen Krebs auf. Und dann mach ich natürlich, natürlich, natürlich Musik mit den besten Musikern der Welt und ja, da hab ich halt den Vorteil, so meine ich, gegenüber allen anderen, dass ich das kann und darf. Aber ich weiß es, dass ich einen Vorteil habe.
Interview: Hannes Nußbaumer, Mitarbeit: Rainer Tüchlberger. Ganzes Interview unter: www.kj-ooe.at.