Was ist Rock‘n‘Roll?Eine raue Gitarre, schepperndes Schlagzeug, ein Bass, der in der Magengegend spürbar wird und eine verrauchte Stimme. Der erste Song klopft nicht an, sondern tritt die Tür gleich ein („This Is It“). Danach wird erst so richtig aufgedreht („Shallow“, „1974“). Die Rabauken haben sich vorgestellt – in diesem Fall handelt es sich um Ryan Adams. Man gönnt sich eine Pause und lässt einen Love Song vom Stapel („Wish You Were Here“). Und wie es bei vielen Rock-Alben der Fall ist, sind es die Momente mit Herz und Gefühl, die am schönsten sind. Dann geht’s wieder von vorne los – der nächste Heuler kommt zur (mittlerweile lose in den Angeln hängenden) Tür herein… Und dann sind da noch die rotzfrechen Texte, die von Liebe, Tod und Teufel handeln…oder zumindest unsere Eltern ärgern. Ja, ich glaube das müsste Rock‘n‘Roll sein – das ist es, was Adams neues Album ausmacht. Und am Schluss schultern wir dann selbst die Luftgitarre, posieren vor dem Spiegel und geben den besten Rock‘n‘Roller ab, den die Welt gesehen hat – hell, yeah!