Wir setzen die Reihe von Kurzinterviews mit den Mitgliedern der neuen oö. Landesregierung mit Wohnbau-Landesrat Dr. Hermann Kepplinger (SPÖ) fort.Wenn Sie die Ausgangssituation betrachten: Wo sehen Sie die größte Herausforderung? Was soll 2009, am Ende der jetzigen Legislaturperiode, am deutlichsten anders/besser sein?
Kepplinger: Die größte Herausforderung im Wohnbau-Ressort ist sicherlich die Erhaltung des sozialen Gleichgewichtes auf dem Wohnungsmarkt. Wohnen muss in Oberösterreich auch für sozial Schwächere leistbar bleiben. Mit der Wohnbau-Förderung, die keinesfalls gekürzt werden darf, soll ebenso das „Betreubare Wohnen“ weiter ausgebaut werden, als solidarische Antwort der Gesellschaft auf die demografische Entwicklung. Bis 2010 soll mit 2.300 derart geplanten Wohnungen sowie mit den bereits bestehenden 1.300 ein flächendeckendes Angebot gegeben sein. Wichtig ist auch der Ausbau der Energiesparförderung für Neubau und Wohnhaussanierung. Das kommt der Umwelt zugute.
Bei welchen kommenden Aufgaben Ihres Ressorts sehen Sie besondere Berührungsflächen zur Kirche?
Kepplinger: Im Engagement der Kirche gerade für die sozial schwächeren Menschen. Als sozialdemokratischer Landesrat werde ich eine Politik für und nicht gegen die Menschen vertreten. Gerade der geförderte Wohnbau ermöglicht vielen Menschen ein leistbares und qualitatives Wohnen. Die gemeinnützige Wohnungswirtschaft hat dabei einen wichtigen Stellenwert.
Wo wünschen Sie sich ein kritisch-waches Engagement gerade auch von Christen?
Kepplinger: Die steigende Arbeitslosigkeit, die besonders junge, sozial schwächere Menschen trifft, verlangt nicht nur ein kritisch-waches Engagement, sondern auch Taten. Junge Menschen müssen ihre Chance auf eine gute Ausbildung und eine Unterstützung beim Berufseinstieg bekommen. Ältere Menschen haben Anspruch auf die Solidarität der Gesellschaft. Ich wünsche mir, dass Christen dafür eintreten und dem neoliberalen Geist, der den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährdet, entgegentreten.