Die am Montag vergangener Woche auch von den Landeshauptleuten abgesegnete Einigung zwischen Bund und Ländern zur Betreuung von Asylwerbern und schutzbedürftigen Fremden ist ein großer Schritt zu einer menschlichen, sozialen und rechtlich vernünftigen Asylpolitik. Damit könnte ein unrühmliches Kapitel, in dem man sich über das Schicksal von Menschen kalt hinweggesetzt, die Kritik von Hilfsorganisationen beiseite geschoben und Gerichtsurteile ignoriert hat, geschlossen werden. Wäre da nicht ein Schönheitsfehler: Die Vereinbarung soll erst mit dem neuen Asylgesetz im Mai 2004 in Kraft treten. Appelle von Hilfsorganisationen an alle Beteiligen, schon für diesen Winter wenigstens Zwischenlösungen zu finden, verhallten bisher ungehört.