Seit zehn Jahren gibt es den Dachverband Hospiz Österreich. Sr. Hildegard Teuschl zählte zu den Pionierinnen der ersten Stunde. Die Sterbebegleitung wurde ihr zur Lebensaufgabe.
Schon in ihrer Schul- und Studienzeit hat sich Hildegard Teuschl immer wieder bei sozialen Projekten engagiert. „Ich gehöre noch zu der Generation, die unmittelbar erlebt hat, dass es jemandem hilft, wenn ich mich engagiere – etwa wenn wir Tee für ungarische Flüchtlinge gekocht oder für sie Kleider organisiert haben.“ Für Teuschl wurden diese Erfahrungen lebensbestimmend. Unterstützt wurde sie dabei auch durch die Prägung in der Jesuitenkongregation. „Dazu kam, dass ich nach meinem Studium als Französischlehrerin keinen Job bekam und zunächst als Erzieherin für sozial auffällige Mädchen in einem Haus der Caritas Socialis zu arbeiten begann. So lernte ich diese Schwesterngemeinschaft näher kennen und schätzen und bin dann 1962 mit 24 Jahren eingetreten. Ich habe diesen Schritt nie bereut“, meint Teuschl.
32 Jahre hat Teuschl anschließend im Ausbildungszentrum der Caritas Wien für soziale Berufe als Lehrerin und Direktorin gearbeitet. „Da bin ich dann immer öfter auf die Grenzen und die Ohnmacht des Pflegepersonals im Umgang mit Sterbenden gestoßen. Dazu kamen auch Erfahrungen mit Sterbefällen in der eigenen Verwandtschaft.“ 1987 habe sie im Urlaub die Lebenserinnerungen der Hospizpionierin Cecily Saunders gelesen. Von da an war für sie klar: „Wir brauchen auch in Österreich die Hospizbewegung.“ 1989 startete sie mit Freunden in Wien das erste mobile Hospizteam.