Nach der Sanierung feiert die Pfarre St. Marien wieder in ihrer Kirche
Ausgabe: 2003/51, St. Marien,
16.12.2003
- Heinz Niederleitner
Mit der Innenrenovierung hat die Pfarre St. Marien den ersten Schritt der Kirchenrenovierung bewältigt. Am Samstag feierte sie mit Bischof Aichern.
Nach einem halben Jahr Exil im Gasthof Tempel kehrt die Pfarrgemeinde St. Marien wieder in ihre Kirche zurück. In den vergangenen sechs Monaten wurde das spätgotische Gotteshaus innen renoviert. Der Boden wurde samt Fundamenten erneuert, der Bereich des Aussprachezimmers neu gestaltet, die Wände frisch ausgemalt und die Bänke renoviert. Sie erstrahlen ebenso in neuem Glanz wie die drei Altäre und die Kanzel. Für das gotische Taufbecken hat die Pfarre eigens eine Taufkapelle geschaffen: „Wir haben den alten Beichtstuhl, der nicht mehr in Verwendung war, in den ersten Stock gestellt und so Platz in der Nische hinter dem linken Seitenaltar geschaffen“, erzählt Pfarrassistent Mag. Franz Landerl. DI Adolf Bachler hat eigens ein neues, buntes Glasfenster geschaffen, welches der Taufkapelle eine eigene Stimmung verleiht. Kürzlich konnte Landerl hier die erste Taufe vornehmen.
Bei der Heizung setzt die Pfarre auf eine Innovation: Statt der herkömmlichen Sitzheizung wird eine Infrarotheizung eingebaut. Sie heizt nicht den Raum, sondern den Körper mit einer angenehmen Wärme. Gleichzeitig spart die Pfarre damit rund 700,– Euro Energiekosten im Jahr.
Sanierung geht weiter
Mit der erfolgten Innensanierung ist in St. Marien der erste, wichtigste Schritt bei der Renovierung der Pfarrkirche getan. Rund die Hälfte der ca. 900.000,– Euro Kosten der Gesamtrestaurierung hat diese Phase gekostet. In den nächsten beiden Jahren werden nun zuerst das Äußere der Kirche und dann die Orgel saniert. Das wird auch dem St. Mariener Orgelnachwuchs zugute kommen: Heuer hatten bereits fünf junge Klavierschülerinnen ihren ersten Kontakt mit der „Königin der Instrumente“. „St. Marien ist eine sehr musikalische Gemeinde und hat rund 180 Musiker in drei Musikkapellen, wenn man Weichstetten dazu zählt (eigene Pfarre). Darunter sind auch viele am Konservatorium ausgebildete Musiker“, sagt Franz Landerl. Die Orgel dient somit nicht nur der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste, sondern ist auch ein Schulinstrument.
Für den Advent hat man sich für die Filialkirche Nöstlbach etwas Besonderes einfallen lassen: Die Sonntagvorabendmesse wird mit einem anderen liturgischen Zugang gestaltet, mit Licht, Meditation und Musik: Jedesmal spielt ein anderes Musikensemble zur Begleitung. „Nöstlbach ist unser Zuzugsgebiet. Mit diesem Angebot wollen wir die neuen „Sanmareiner“ einladen, am Pfarrleben teilzunehmen“, sagt Landerl, der sich über den Erfolg der Idee freut.