Bis zu 300.000 Menschen sind im Beruf von Mobbing betroffen. Sie leiden unter wiederkehrenden Schikanen wie Herabwürdigungen, Belästigungen, Boshaftigkeiten, Intrigen, auch Psychoterror. „Gute Arbeit“ heißt eine Kampagne der Betriebsseelsorge und der Katholischen ArbeitnehmerInnen Bewegung Österreichs, die bis Mai 2004 läuft. In deren Rahmen stellte am 10. Dezember die Betriebsseelsorge Oberösterreich das „Mobbing-Telefon“ vor.Der Arbeitsdruck nimmt zu, die Angst um den Arbeitsplatz steigt, sagt die Leiterin der Betriebsseelsorge Oberösterreich, Mag.a Anna Wall-Strasser. Die Erfahrung der Betriebsseelsorge ist, dass damit auch die Konflikte mehr werden.
Warnsignale
Bischof Maximilian Aichern wies darauf hin, dass sich an den Orten der Arbeit oft Gerechtigkeit und Ausbeutung entscheiden. Der Bischof zitierte aus dem Ökumenischen Sozialwort: „Die Zahl der kranken und ausgebrannten Arbeitnehmer/innen, die steigende Problematik von Mobbing und Suchtverhalten sind Warnsignale.“ Man müsse den Wert der Arbeit sehen– für jeden Menschen, für die Gesellschaft, die Umwelt, die Zukunft.“
Mangelhafte Arbeitsorganisation, Unterbesetzung, mangelnde Information, unklare Kompetenzregelungen sind einige der Quellen von Mobbing, erläuterte Wall-Strasser. Mobbing könne jeden treffen und habe schwerwiegende psychische und körperliche Auswirkungen. Betriebswirtschaftlich verursacht Mobbing enorme Kosten.
Frauen sind stärker betroffen
DI Karl-Heinz Hellinger, Betriebsseelsorger und Psychotherapeut, betreut das Mobbing-Telefon. Er berichtete von internationalen Daten, wonach in 70 Prozent der Fälle Vorgesetzte mobben und zwei Drittel der Betroffenen Frauen sind.
Mobbing-Telefon der Betriebsseelsorge: 0732/76 10-36 10.Kostenlose Beratung gibt es in den regionalen Betriebsseelsorgezentren.www.gutearbeit.at