Fortsetzung der Kurzinterviews mit den Mitgliedern der neuen oö. Landesregierung. Diesmal: Wirtschafts- und Bildungs-Landesrat Viktor Sigl (ÖVP).
Wo sehen Sie die größte Herausforderung? Was soll 2009, am Ende der Legislaturperiode, am deutlichsten anders/besser sein? Sigl: Einiges. Zwar ist schon in den vergangenen Jahren von meinen Vorgängern Dr. Leitl und Kommerzialrat Fill viel verwirklicht worden, aber Spielraum für Verbesserungen gibt es immer. So wollen wir etwa die Qualifikationen der Oberösterreicher/innen durch Bildungs- und Ausbildungsangebote noch weiter anheben. Wir wollen der Umwelt jenen Stellenwert geben, den sie auch für die Wirtschaft besitzt. Wir wollen Infrastrukturmaßnahmen, etwa die Nord-Süd-Bahnverbindung, durchführen ...
Bei welchen kommenden Aufgaben sehen Sie besondere Berührungsflächen zur Kirche? Sigl: Als Christ sehe ich diese fast überall – was mich wiederum bei der täglichen Arbeit anspornt. Ganz wichtig ist die Sicherung von Arbeit und Lebensqualität. Kein Familienmitglied sollte auf der Straße stehen, jedem sollte es möglich sein, sich in einem guten Umfeld weiterzuentwickeln und für gute Arbeit auch guten Lohn zu erhalten. Wenn sozialer Friede herrscht, finden die Menschen leichter zum Glauben. Andererseits müssen wir uns immer genügend Demut bewahren und dürfen nie aus den Augen verlieren, dass es letztendlich Gott gewesen ist, der uns den Weg zu einer der erfolgreichsten und schönsten Wirtschaftsregionen Europas gezeigt hat.
Wo wünschen Sie sich ein kritisch-waches Engagement gerade auch von Christen? Sigl: Nur wenn wir wachsam und mit kritischem Blick durch das Land gehen, sehen wir Dinge, die vielleicht niemandem aufgefallen wären. Wenn etwa ein Mensch verzweifelt einen Job sucht, jedoch keinen bekommt, müssen wir uns die Gründe dafür anschauen und entsprechende Unterstützung anbieten. Man darf nicht nur auf das große Ganze blicken, man muss vielmehr auch ein Auge auf die Details werfen. Gegenseitige Unterstützung, Kooperation, viel Verständnis und vor allem Gerechtigkeit – das sind für mich die Eckpfeiler der Partnerschaft von Kirche und Wirtschaft.