„Der Mensch droht immer mehr zum Nutz-Objekt zu werden. Dagegen müssen wir rechtzeitig auftreten“, fordert Johann Hager von der Aktion Leben.
„Die Alarmsignale mehren sich“, meint Johann Hager (47). Dass die Tiroler Gebietskrankenkasse die Therapiekosten für ein behindertes Kind nicht zahlen wollte, weil sich das ohnedies nicht auszahle, erfülle ihn ebenso mit Sorge wie der wachsende Druck, die embryonale Stammzellenforschung zuzulassen und die vorgeburtlichen Genuntersuchungen auszuweiten. „Wir müssen die Menschen aufklären, wohin dieser Zug fährt und wir müssen versuchen, dass mit der Unterstützung möglichst vieler Mitbürger/-innen die gesetzlichen Weichen richtig gestellt werden“, meint Hager. Als Rechtsexperte der Aktion Leben Österreich ist der Tiroler (Lans) einer der Väter der Parlamentarischen Bürgeriniative „Für Menschenwürde und gegen Experimente mit dem Leben“. Sie wurde vergangene Woche gestartet.
Seit Anfang der 90er Jahre ist Hager in der Aktion Leben Tirol aktiv, seit 1995 als Vorsitzender. Als damals die Biomedizinkonvention des Europarates in Deutschland wegen der Vorschläge zur Forschung an Behinderten sehr heftig debattiert wurde, habe er begonnen, sich mit der Biomedizin intensiv zu befassen – zunächst als Jurist, bald aber auch aus religiösen Gründen. „Für mich geht es hier zentral um das Menschenbild. Sehe ich in jedem Menschen eine einmalige, gottgewollte Person oder bloß ein Nutz-Objekt, das so lange etwas wert ist, als es gut funktioniert, wie das im amerikanischen Schadenersatzrecht ja schon praktiziert wird“, sagt der vierfache Familienvater und Prokurist einer Eisenbahnbaufirma.