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„Da sind wir im Paradies“

Bauer und Bäuerin vom Edenthalerhof blicken auf ein gutes Jahr 2003
Ausgabe: 2004/03, Paradies, Bauer, Edenthalerhof, Natur, Kaiser, Wetter
14.01.2004
- Ernst Gansinger
Mit dieser Ausgabe schließen wir das Protokoll über ein Leben mit der Natur – unsere Kurzberichte vom Edenthalerhof der Kaisers in Kirchschlag.

Die letzten neun Monate begleiteten wir die Arbeit auf dem Edenthalerhof und warfen wöchentlich Blicke auf das Leben der Bauernfamilie im Jahreskreislauf. Wöchentlich fragten wir bei den Kaisers nach, was sich getan hat.

Klaglos und zufrieden

Nie hörten wir dabei eine Klage. „Wir haben ja auch nichts zu jammern“, begründet die Bäuerin. Der Bauer erzählt, dass sie vor kurzem einen Film gesehen haben von den „Ärzten ohne Grenzen“. „Da sind wir im Paradies“, sagt Johann Kaiser. Also: Kein Grund zur Klage. Wer innerlich nicht in der Waage ist, den geht bald das und jenes an. Wer es ist, ist zufrieden, bekräftigt die Bäuerin. Und außerdem, so Johann Kaiser „Jammern hilft nichts.“ „Wer gefordert ist, reift“, sagt Elfriede Kaiser.
Das abgelaufene Jahr war ein gutes Jahr für den Edenthalerhof. Arbeit gab es genug. Die Viehwirtschaft kennt keine Saison. Getreide, Gemüse, Obst, Wiesen, Felder und Wald dagegen haben einen Jahresrhythmus. „Am drawigsten ist es im Herbst. Da muss alles hereingebracht und alles hinausgebracht werden.“ Hereingebracht werden die Früchte der Ernte, hinausgebracht der Mist, die Jauche, der Adel des Bodens. Das Wetter war schön, Nässe hätte die Arbeit drawiger gemacht.

Gutes Wetter

Das Wetter war gut, blicken die Kaisers zufrieden auf 2003 zurück. Das Getreide ist schön geworden. „Gott sei Dank haben wir Wasser genug, jetzt auch noch“, schildert Johann Kaiser. Das Gemüse, die Zwiebeln, die Karotten, alles ist wunderbar geworden“, freut sich Elfriede Kaiser. Die Erdäpfel sind so schön. Gemüsesorten, die mehr Wasser brauchen, etwa Kohl, sind nicht so gut gewachsen. „Aber“, Elfriede Kaiser sieht auch hier wieder die positive Seite, „mir kommt vor, es ist heuer noch g’schmackiger.“

Hätte es mehr geregnet, dann wäre zwar mehr Futter zugewachsen. „Aber jammern brauchen wir nicht. Es ist genug gewesen.“ Auch im Stall ist alles bestens gelaufen. Kein einziges Mal musste wegen einer Krankheit der Tierarzt gerufen werden!

Im Winter ähnelt auf dem Bauernhof ein Tag dem anderen. Johann Kaiser verbringt viele Stunden damit, die Maschinen zu reparieren und zu warten. Wenn es die Witterung erlaubt, ist er auch im Wald. Hier zu arbeiten ist mit Gefahren verbunden, weil es so steil ist. Mühsam sind die Bäume herauszubringen. Fast nichts geht ohne Seilwinden.Gelassen sehen die Kaisers in die Zukunft. Man müsse erst sehen, wie sich die Osterweiterung auswirkt. Besondere Veränderungen werden sie vor der Übergabe an den Sohn nicht mehr angehen. Ihr Sohn Klemens wird den Edenthalerhof später im Nebenerwerb bewirtschaften.
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