Nach positiveren Zahlen zu Jahresbeginn 2003 zeigt die Geburtenstatistik in Österreich am Ende des Jahres das gewohnte Bild: ein Minus von 1,9 Prozent. Ein Detail: Während die Zahl der in einer Ehe geborenen Kinder um 3,3 abgenommen hat, stieg die Zahl der unehelich geborenen Kinder um diesen Wert, nämlich um 3,3 Prozent. Zwar wird man nicht sagen können, dass die Einen in besseren, die Anderen in schlechteren Verhältnissen leben würden, wohl aber zeigt sich der Trend zu unverbindlichen Verhältnissen.
Viele Menschen, auch Paare, versuchen ihren Freiraum und ihre Freiheit zu bewahren, indem sie möglichst weit und lange ihre Beziehungen im Unverbindlichen halten. Das Risiko möglichen Scheiterns lässt viele davon Abstand nehmen, das Wagnis einer Ehe einzugehen. Die Folge: Jedes dritte Kind wächst unter solchen unverbindlichen Verhältnissen auf. Dabei steht der Wunsch nach Geborgenheit – durchaus auch nach familiärer Geborgenheit – bei jungen Menschen heute ganz oben auf der Liste dessen, was sie sich für ihr eigenes Leben wünschen.
Es wäre zu billig, „Schuldige“ für die Entwicklung zu suchen – etwa gar bei der Regierung oder bei der Kirche. Es gibt Sicherheit, die man nicht von anderen erwarten kann, sondern die man selbst schenken muss. Und beim Vertrauen ist der wichtigere Teil jener, den man selbst zu schenken bereit ist. Wer die Welt nur krank jammert und schlecht redet, darf sich nicht wundern, wenn Menschen den Mut verlieren.