Er ist der Motor einer Initiative, die das scheinbar Unmögliche geschafft hat. Der kroatische Franziskaner Boze Vuleta hat gefordert: „Sperren wir die Geschäfte am Sonntag zu.“
Dass die acht größten Handelsketten in Kroatien, darunter auch der österreichische Billa, lautstark gegen das seit 1. Jänner geltende Gesetz vorgehen, bereitet P. Boze Vuleta keine Sorgen. „Über deren Klage beim Verfassungsgericht wird, wenn wie sonst üblich, erst in einem Jahr entschieden. Bis dahin haben sich die Menschen an die Errungenschaft gewöhnt.“
Ein Gesetz, „das eine große Zahl besonders herzlos missbrauchter Angestellter jetzt schützt“, wie es eine kroatische Tageszeitung bezeichnete. Dass der Erfolg dem Kommentator gar den Titel „Neue Kraft der Kirche“ entlockte, gilt viel in einem Medium, das der Kirche und ihrem sozialen Engagement sonst kritisch gegenüber steht. Vuleta ist der Initiator der Kampagne, die von den Handelsketten ignoriert wurde. Sie hatten bis 15. Oktober 2003 – an dem Tag wurde die Öffnung an Sonntagen in Zagreb gesetzlich erschwert – den Erfolg vor allem einer kirchlichen Initiative nicht erwartet.
Dabei hat der Gründer und erste Direktor des „Franziskanischen Instituts für die Kultur des Friedens“ in Split nur „so gehandelt, wie das heute eben Nichtregierungsorganisationen tun“, erklärt Vuleta. Dadurch sei diese neue Kraft sichtbar geworden, „die nicht von oben kommt, sondern von den Laien“. Auf den oft erhobenen Vorwurf, es gäbe Drängenderes als den arbeitsfreien Sonntag, kontert der Minderbruder: „Für mich ist das wie ein Brennpunkt der sozialen Probleme. Entweder wir treten für die Würde des Menschen ein, oder er wird zum Mittel von Profit und Kapital.“