Spirituelle Angebote, die Frauen, Männer und das ungeborene Leben von Anfang an begleiten, sind rar. Mit dem Angebot „Exerzitien für Schwangere und deren Partner“ hat Hertha Graf das richtige Gespür bewiesen, die Nachfrage war enorm.
„Dem Geheimnis des Lebens auf der Spur sein – und das nicht nur mit Ultraschall, darum geht es Herta Graf, die heuer erstmals Exerzitien für Schwangere anbietet.“ – Mit diesen Zeilen eröffnete die Kirchenzeitung vor einem halben Jahr ihren Beitrag über diese andere Art der Geburtsvorbereitung. Zeiten der Stille, Bibellektüre, Körperübungen, gemeinsames Gespräch, sensibel zu werden für das Geheimnis und die Einmaligkeit des Kindes sind Schwerpunkte dieses religiösen Angebots.
Das Echo darauf war enorm, erzählt die Exerzitienleiterin Hertha Graf. „Aus dem ganzen deutschen Sprachraum sind Anfragen gekommen, etliche Briefe haben mich erreicht. Ich habe bis heute noch nicht alle beantwortet. Auch aus Südafrika kam eine Anfrage“, erzählt sie. Die Berichterstattung in der Kirchenzeitung führte dazu, dass die an fünf Abenden geplanten Exerzitien im Alltag tatsächlich stattfanden. „Sieben Personen haben sich danach angemeldet und mit mir die Exerzitien gemacht.“
Die Exerzititenleiterin ist vierfache Mutter und arbeitet als Seelsorgerin in einem Altenheim. Mit dieser Geburtsvorbereitung will Graf das ungeborene Kind auch auf religiöser Ebene in die Lebenswelt der werdenden Eltern hereinholen und dazu anregen, die Schwangerschaft bewusst zu erleben: als Frau, als Mann, als Paar. Diese Idee ist Wirklichkeit geworden. Der 31-jährige Hermann Greinecker hat mit seiner Ehefrau Judith die Exerzitien besucht. Voller Begeisterung erzählt er: „Bei dieser Geburtsvorbereitung habe ich mich total angesprochen gefühlt, obwohl ich kein Kind in mir trage. Als männlicher Elternteil habe ich mich hier nicht benachteiligt gefühlt. Das ist kein Vergleich zur medizinischen Geburtsvorbereitung, da fühlt man sich irgendwie draußen, unbeteiligt. Hier habe ich mich durch die Körperübungen, den Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmerinnen und dem zweiten männlichen Teilnehmer als Teil des Ganzen gefühlt.“ Besonders positiv haben Judith und Hermann erlebt, dass mit diesen Exerzitien auch dem zweiten Kind ein guter Start ins Leben ermöglicht wird. Judith ist 23 Jahre alt und erwartet Ende Februar ihr zweites Kind: „Wenn man schon ein Kind hat, ist man bei der zweiten Schwangerschaft nicht mehr so aufmerksam. Durch die Exerzitien hatten wir die Möglichkeit, uns bewusst auf die Schwangerschaft einzulassen und auch daran zu denken, dass jetzt ein ganz anderes Kind heranwächst.“ Auch ihre Erfahrung war: „Die Männer haben sich hier nicht als Außenseiter gefühlt.“
Auf Grund der Nachfrage wird im März übrigens die zweite Staffel „Exerzitien für Schwangere“ beginnen. Männer sind dabei herzlich willkommen, „denn sie sind als werdende Väter genauso gefragt“, sagt Hertha Graf.
Geburtsvorbereitung einmal anders -Beginn: 8. März in Linz. (15./22./29. März, jeweils 18 bis 20.30 Uhr). Das fünfte Treffen findet nach den Geburten statt. Info & Anmeldung: H. Graf, Tel. 07230/85 61, herthagraf@aon.at