Die abnehmende Zahl der Kirchenmitglieder zeigen die Statistiken und sie ist unübersehbar. Weniger im Bewusstsein verankert ist, dass auch die hauptamtlichen Mitarbeiter in den Pfarren deutlich weniger werden. Die Pfarren des Linzer Dekanates Nord wollen sich von den tief greifenden Veränderungen, die die nächsten Jahre für die Seelsorge bringen werden, nicht überrollen lassen und haben Zukunftswerkstätten eingerichtet. (Die KIZ berichtete im November 2003.) Eine dieser Werkstätten beschäftigt sich mit den ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen. Ihnen kommt entscheidende Bedeutung zu. Der von der Diözese festgelegte Personalschlüssel des Seelsorgeraums Urfahr für 2007 zeigt eindrücklich die Situation: Für die 21.000 Katholiken sind vier Priester und drei Pastoralassistent/innen vorgesehen. Heute arbeiten beinahe doppelt so viele hauptamtliche Seelsorger/innen für das Gebiet. Die ehrenamtliche Mitarbeit wird eine neue Qualität bekommen müssen. Schaut man zum Beispiel nur auf die Pfarrblätter, zeigt sich, wie sehr die Qualität bereits im letzten Jahrzehnt zugenommen hat. Die durchwegs professionelleren Pfarrblätter setzen aber mehr Können und mehr Zeiteinsatz bei den ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen voraus. Mit dem Ehrenamt wird künftig nicht nur die Weitergabe von Aufgaben verbunden sein, sondern auch die Beauftragung mit Verantwortung. Die Zukunftswerkstätte ist vorerst mit der Erhebung der Ausgangslage beschäftigt. Als Handlungsfelder zeichnen sich aber die Schulung und Beglei-tung von Ehrenamtlichen ab. Es wird auch um die spirituelle Begleitung und um die Bewältigung des Spagats zwischen Familie und Engage-ment in der Pfarre gehen. Ehrenamtliche Mitarbeit dürfe nicht von schlechtem Gewissen überschattet werden, weder „zu Hause“ noch in der Pfarre zufrieden stellend da zu sein. jw