Zum zweiten Mal in Folge wird die Südtiroler Kirchenzeitung in der Kategorie „beste Titelseite“ mit dem europäischen Zeitungspreis ausgezeichnet.
„Das ist keine Panne“ stand erklärend am 17. April 2003 auf der Titelseite der Südtiroler Kirchenzeitung. Marion Wieser, Stephan Kosinski und Walther Werth hatten entschieden, auf ein Titelfoto zu verzichten. Unter dem Titel: „Nein zur Bilderflut des Irak-Krieges“ blieb statt dessen die Seite weiß. Für diese nicht alltägliche Form der grafischen Gestaltung erhält das „Katholische Sonntagsblatt“ in dieser Woche den europäischen Zeitungspreis. Dass die Kirchenzeitungsmacher aus Bozen zum zweiten Mal in Folge in der Kategorie „beste Titelseite“ erfolgreich sind – neben Flaggschiffen der Zeitungsbranche –, bestätigt die Linie ihres Chefredakteurs. „Wir können noch so gute Artikel schreiben. Aber der erste Eindruck entscheidet. Und das ist die Titelseite“, meint Walther Werth.
Die Auszeichnung, 331 Zeitungen aus 22 Ländern haben eingereicht, wird heuer in Wien verliehen. Das freut den 47-jährigen Bozner, ist das „Sonntagsblatt“ doch seit 2003 Mitglied im Verband österreichischer Kirchenzeitungen. In Südtirol hat der internationale Erfolg der Zeitung, die oft als „verstaubt“ angesehen wird, für Medienecho gesorgt. Der innovative Kurs aber ist mit Walther Werth verbunden, der vor fünf Jahren als Leiter der Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung „Dolomiten“ zur Kirchenzeitung wechselte. Vielleicht auch deshalb, weil sich der promovierte Historiker während seines Studiums in Innsbruck eingehend mit der Rolle der „Zeitschriften in der Französischen Revolution“ befasst hat.