Um es gleich vorwegzunehmen: „Feels Like Home“ ist weder ein Album, das groß überrascht, noch ein Album, das enttäuscht.Mit dem Opener „Sunrise" geht zwar im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne auf, doch gerät alles Weitere ziemlich schnell recht beliebig und die Sonne verliert ihren Glanz. Das Album plätschert dahin und man fühlt sich wohl, weil man immer wieder an das vertraute Debutalbum „Come Away With Me“ erinnert wird. Und dann, mittendrin – man hat sich schon so schön einlullen lassen – wird man von einem „Creepin’ In“ voll Witz und Country hochgerissen, dem vor allem Dolly Parton seine Energie gibt. Als Jones gegen Ende von „Feels Like Home“ zum „Long Way Home“ anhebt, wird durch ihre Interpretation erst klar, welch herrliche Songs Tom Waits zu schreiben im Stande ist. Tja, es ist schon schön, wenn sich alles heimelig und vertraut anfühlt, doch das Abenteuer und die Spannung liegen allzu oft in der unbekannten Fremde …
Norah Jones – Feels Like Home (erschienen bei Blue Note)