Ruhig und nahezu unbeachtet hilft P. Robert Miribung Christen in China. Für seinen bahnbrechenden Einsatz erhält der Jesuit in dieser Woche den Freinademetz-Preis.
Eigentlich wollte er ja in seiner ersten Reaktion die Auszeichnung zurückweisen, gesteht P. Robert Miribung. Der Missionsprokurator der österreichischen Jesuiten wird nun doch am Donnerstag dieser Woche im „China-Zentrum“ in St. Augustin bei Bonn jenen Preis entgegennehmen, mit dem die Steyler-Missionare seine Tätigkeit ehren. Zwei Gründe seien es, so Miribung, warum er garnicht nein sagen habe können: Zum einen ist der Preis nach Josef Freinademetz benannt. Und Miribung ist, wie der erst im Oktober heilig gesprochene China-Missionar, nicht nur ein Ladiner aus Südtirol, sondern auch mit ihm „ums Eck verwandt“. Noch wichtiger aber ist, dass Freinademetz zu den großen Vorbildern für Robert Miribung gehört. Als er im Jänner dieses Jahres eher zufällig in Taikia am Grab des Heiligen stehen durfte – zu später Stunde und unbeobachtet von den Behörden –, da erfüllte sich für den 74-Jährigen ein Lebenstraum.
Anlass der Reise Miribungs war die Bischofsweihe in Jingxian, wo bis zur Ausweisung in den 50er Jahren Jesuiten aus Österreich tätig waren. „Auch wenn unsere Mission dort nach wie vor verboten ist – den Christen zu helfen, das dürfen wir.“ Neben einer Vielzahl von Projekten, heuer wurden bereits 75.000 Euro überwiesen, pflegt er vor allem persönliche Kontakte. Miribung hofft, damit Brücken bauen zu können: zwischen der von Peking anerkannten und der in China im Untergrund lebenden Kirche. Aber auch zur Weltkirche, „die noch zu wenig weiß von der Glaubenskraft der Chinesen“.