Der Forschungskommissar der Europäischen Union, Philippe Busquin, hat dazu aufgerufen, die Diskussion über ethisch umstrittene Forschung „auf erwachsene Weise“ zu führen. Die Gesellschaft habe das Recht, Forschungsvorhaben wie das Klonen oder die Embryonenforschung in Frage zu stellen. Die Diskussion darüber dürfe aber nicht emotional geführt werden. Sie bedürfe der Vermittlung durch die Wissenschaft. Was Herr Busquin als „erwachsen“ erachtet, zeigt sein Handeln. Obwohl sich die EU-Forschungsminister nicht auf die Förderung der Embryonenforschung einigen konnten, wird die EU-Kommission demnächst das erste Projekt finanzieren. Dass in einigen EU-Ländern aus guten Gründen diese Forschung verboten oder stark eingeschränkt ist, ist für Herrn Busquin wohl die Folge einer infantilen und emotionalen Politik. Und begründete ethische Positionen sind für ihn wohl nur unwissenschaftliches Gebrabbel.