„Bei einer anderen Kundschaft könnten wir uns so etwas nicht leisten!“, zeigte sich auch der Chauffeur des Busses erstaunt über die Geduld der Mariazell-Wallfahrer. Geschlagene 17 Kilometer hatte er den Bus von der Ausstiegsstelle weg parken müssen. Und niemand hat sich bei ihm beschwert.
Sie sind eben schon ein besonderes Volk, die Wallfahrer, die da nach Mariazell letzten Samstag aufgebrochen sind. Bequemer hätten sie es freilich daheim haben können. Da erzählte eine Kollegin, wie sie zu Hause „gezappt“ ist am Fernseher zwischen Königshochzeit in Spanien und der Übertragung aus Mariazell. In beiden Fällen eine lange Messe, in beiden Fällen Regen. Den spürt man beim Zappen freilich nicht und man kann das eine oder andere daneben sogar erledigen. So richtig „dabei gewesen“ ist man freilich nur, wenn man auch tatsächlich dort war. Sobald die Beine nicht mehr müde sind, bleibt die gute Erinnerung. Das Erlebnis der besonderen Art. Und zu erzählen hat man auch etwas. Zwischen Wallfahren und Wahlzappen ist halt doch ein gar nicht so kleiner Unterschied.