Da ging das Häferl über. Das Milchhäferl, genau genommen. Als ein Lebensmittel-Diskonter in Hartkirchen einen Liter Milch um Euro 0,59 in die Regale stellte, empörte das – wohl zurecht – die Bauern. Dass zudem die Paradeiser in diesem Geschäft um 0,39 Euro zu haben waren, ließ auch bei dem heimischen Gemüsebauern und -verarbeitern Gefühle der Empörung hochsteigen.
Es wäre ja noch verständlich, wenn es sich um eine Sozialaktion handelte: Billige Grundnahrungsmittel für besonders Bedürftige. Aber davon ist nicht die Rede. Ganz gewöhnliche Lockangebote sind das – für Menschen, die sich gerne ein paar Cent sparen, damit sie guten eigenen Gewissens beim nächsten Regal ein paar Euro mehr ausgeben können . Wer gerne um Spottpreise nach Schnäppchen jagt, soll nicht vergessen: Bei solchen Geschäften wird in der Tat jemand verspottet. Die afrikanischen Arbeiter unter spanischen Gemüsefolienzelten etwa, oder die Bauern, deren Arbeit ein ständiges gerade noch über die Runden kommen bedeutet.
Es ist schon erstaunlich, wie sonst höfliche Menschen auf einmal zu Spöttern werden.