Inmitten der nordkasachischen Steppe versuchen die Franziskanerinnen der Bevölkerung zu helfen. Sie betreuen die Schule, den Kindergarten, die Kinderambulanz oder sind in der Pastorale engagiert.
Kornejewka und Tonkoschurowka sind die Einsatzorte von Sr. Elfriede, Sr. Herma und Sr. Johanna. Jede der drei Schwestern hat ihr eigenes Aufgabengebiet. So ist Sr. Elfriede die Hausfrau und Hausmeisterin sowie für die Nachmittagsbetreuung der Kinder und organisatorische Tätigkeiten verantwortlich. Sr. Herma ist für die Wäsche, die Kirche und die Sakristei zuständig und besucht Familien. Sr. Johanna unterrichtet vier Tage pro Woche in Kornejewka im Mittelschulkomplex St. Lorenz und bereitet ansonsten die Gottesdienste, manchmal auch die Predigten vor. Die Wege zwischen den beiden Orten und in abgelegenere Gebiete werden mit einem Geländewagen überbrückt. Dieser hat eine ganz besondere Bedeutung, denn das Auto der Schwestern ist das einzige, das auch im Winter oder in der Schlammzeit in entlegenere Gebiete vordringen kann.
Freiwillige HelferInnen unterstützen immer wieder die Schwestern. So verbrachte z. B. Ingrid Petermaier, diplomierte Krankenschwester im Krankenhaus Grieskirchen, ein Jahr bei ihnen. Sie war hauptsächlich in der Kinderbetreuung und als Erste-Hilfe-Schwester tätig. Sie berichtet: „Dieses Jahr war eine Bereicherung für mich. Die Leute waren meist sehr dankbar und die Kinder so charmant. Doch die Not ist so groß!“ Täglich wird in der Kirche der Rosenkranz gebetet, es werden Lieder gesungen oder Fürbitten gelesen. Auch die Kinder kommen zahlreich in die Kirche. „Meist wird es ihnen doch zu langweilig und sie flüchten zum Spielen in den Kinderkeller,“ schildern die Schwestern, „auch kommen immer mehr kleinere Kinder zu uns, da es keinen öffentlichen Kindergarten gibt. So hat sich eine Frau mit pädagogischer Ausbildung aus dem Dorf bereit erklärt, als ‚Kindergartentante‘ tätig zu sein. Sie betreut täglich rund 15 Kinder. Es ist einfach eine Freude zu sehen, wie aus einzelnen Kinder langsam eine lebendige Gruppe entsteht.“ Die Herzen der Kinder für das Gute gewinnen und sie für die Entscheidung zwischen Gutem und Bösem sensibilisieren können, ist den Schwestern ein großes Anliegen. „Leider machen wir auch die Erfahrung, dass Kinder, zu denen wir zwar eine gute Beziehung aufgebaut haben, nicht davor zurückschrecken uns zu bestehlen. Aber meist sind das genau die Kinder, die am meisten unsere Betreuung und Aufmerksamkeit benötigen.“
Egal wo sie auch hinkommen, die drei Schwestern sind immer gern gesehen. Oftmals werden sie bei Besuchen zum üblichen „Tschai“ eingeladen. Dabei wird Tee getrunken und viel gegessen. „Die Menschen sind sehr offen und gastfreundlich. Sie teilen oft das Wenige, das sie haben.“
Informationen für Interessierte, die eine Patenschaft für ein Kind in Kasachstan übernehmen wollen, unter web.host.kz/slorenz oder bei den Franziskanerinnen unter Tel. 07672/726 67-178.
Bei einer Veranstaltung in der Schule der Franziskanerinnen in Ried/I. am 16. Juni 2004 wurde der Eintritt dem Projekt in Kasachstan gespendet. Baumeister Fellner verdoppelte die Summe, somit konnte ein Betrag von 1.776,– Euro übergeben werden. Damit kann 16 bedürftigen Kindern in Kasachstan ein Jahr Unterricht und gesunde Ernährung finanziert werden.