Seit vielen Jahren ist Doris Appel die politische Frauenbildung ein besonderes Anliegen. Mit der Frauenakademie hat sie einen tollen Start hingelegt.
Nach der Matura hat Doris Appel Arbeit gesucht, weil sie kein Geld zum Studieren hatte. Über ihre Schwester hat sie erfahren, dass bei der Katholischen Frauenbewegung jemand gesucht wird. Im Rückblick meint sie, „es war schon etwas größenwahnsinnig, mich als 18-Jährige für den Job der Generalsekretärin der kfbö zu bewerben.“ Doch die legendäre Herta Pammer hat es ihr zugetraut. Als sie zum ersten Mal den meist viel älteren kfb-Funktionärinnen begegnet ist, sei ihr schon etwas mulmig geworden. Das habe sich aber schnell gelegt. Denn in den zehn Jahren ihrer Tätigkeit bei der kfb habe sie sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten gehabt. „Und es war auch“, so Doris Appel, „eine sehr spannende Aufbruchszeit in der Kirche, wo viele Frauen sehr gestaltend tätig waren. Etwas, was ich später zunehmend vermisst habe.“
Von der kfb ging Appel weg, um Politikwissenschaften und Soziologie mit Schwerpunkt Frauenforschung zu studieren. In dieser Zeit kam sie mit der Katholischen Sozialakademie in Kontakt. Seit sechs Jahren arbeitet sie dort in den Bereichen Gesellschaftspolitik und politische Bildung. Frauenthemen sind ihr dabei ein besonderes Anliegen. Auch in der Armutskonferenz ist sie in dieser Thematik besonders engagiert. Vor gut zwei Jahren hat sie mit ihrer Kollegin Gabi Lindner beschlossen, die frauenspezifischen Angebote der KSÖ zu verstärken. Die Frauenakademie wurde gegründet. Noch im November 2002 wurde der erste Kurs gestartet, der vergangene Woche in beeindruckender Weise abschloss.