Zugegeben, ich schau’ mir Sportveranstaltungen im Fernsehen nicht gerne an. Lieber gehe ich selbst sporteln.Vielleicht bin ich dadurch befangen, aber die bisherige Berichterstattung aus Athen hatte mitunter einen sehr „unsportlichen“ Charakter. Doping-Kontrollen und zumindest vermeintliche Doping-Sünden bestimmten gleich zu Beginn das Bild. Der eigentliche „Sport“ scheint vordergründig darin zu bestehen, die Doping-Kontrollore findig hinters Licht zu führen.
Doch nicht nur Doping ist unsportliches Verhalten. Der iranische Judo-Weltmeister Arash Miresmaeili hat sich aus Protest gegen Israel geweigert, gegen den Israeli Ehud Vaks anzutreten. Offensichtlich hat ihn das Regime in Teheran dazu gezwungen. Der Meinung von Vaks zu seinem unglücklichen„politischen“ Aufsteigen in die nächste Runde kann man sich nur anschließen: „Politik hat auf der Judo-Matte nichts zu suchen.“
Viele der Sportler, die nach Athen gekommen sind, um sich mit der Weltspitze zu messen, sind wirklich hier, um fair Sport zu betreiben. Schwarze Schafe gibt es immer, die Doping-Vergehen werden in den letzten Jahren immer besser sichtbar. Gleichzeitig rücken sie auch ins Rampenlicht der medialen Berichterstattung. Für die schwarzen Schafe können die ehrlichen Athleten nichts. Dass aber Weltklasse-Sportler sich nach Ideologie und nicht nach fairem Sport richten, gemahnt an die Spiele 1980 in Moskau, wo viele Staaten aus Protest fernblieben. Solche traurige Zeiten hätten wir eigentlich hinter uns haben sollen! Von olympischem Frieden keine Spur.