Welchen Stellenwert hat die Jugend in unserer Gesellschaft? Zweidrittel-Gesellschaft – damit bezeichnen kritische Köpfe die Entsolidarisierung der Gesellschaft: Hier die zwei Drittel, denen es halbwegs bis sehr gut geht; dort das eine Drittel sozial Schwacher, die am Rand der Gesellschaft leben. Die Kritiker werden nicht müde, auf die soziale Kluft hinzuweisen.
Eine neue Facette einer solchen ZweidrittelGesellschaft, aber nicht nur im sozialen Sinn, wird immer schärfer erkennbar: der Generationenkonflikt. Natürlich gibt es ein durch die Werbung transportiertes Bild der Dominanz der Jugend. Aber viele Machtzentren machen mobil zu ungunsten des einen Drittels der Bevölkerung, der Jugend. Der erbitterte Kampf um Bestandsrechte in der Pensionsversicherung ist ein Beispiel.
Das jüngste Beispiel ist die Diskussion um die Rechtschreibreform. Angeführt von der auflagenstärksten kleinformatigen Zeitung Österreichs wird für die Rücknahme der Rechtschreibreform kampagnisiert. Ohne auf Plus und Minus der neuen Rechtschreibung einzugehen, nur eine Frage: Welche Rolle spielt in der ganzen Diskussion das Anliegen der jungen Menschen? Jener also, die in der neuen Rechtschreibung geschult sind? Auch die Rechtschreibreform-Diskussion zeigt: Wir leben in einer Zweidrittel-Gesellschaft, in der Mehrheiten bereit sind, sich über Minderheiten hinwegzusetzen.