Zum ersten Mal gibt es einen „Nachbar in Not“ außerhalb Europas. „Die Menschen im Sudan lassen wir nicht im Stich“, sagt Franz Prüller, Vorstand der einzigartigen und österreichweiten Hilfsaktion.
„Leben retten und Überleben sichern“, das sind für Karl Prüller momentan die vorrangigsten Ziele im Sudan. Weil die Situation für mehr als eine Million Menschen in dem afrikanischen Land derart aussichtslos ist, „braucht es wieder eine gesamtösterreichische Kraftanstrengung.“ Prüller meint damit, dass heimische Hilfsorganisationen und Medien gemeinsame Sache machen – oder wie es vor zwölf Jahren zum ersten Mal im ehemaligen Jugoslawien hieß, dem „Nachbar in Not“ helfen. Eine Hilfsaktion, mit der Österreich die Bereitschaft zum Teilen bewiesen hat: Mehr als 120 Millionen Euro wurden bereitgestellt. Und mit der Kosovo-Krise 1999 wurde daraus die „Plattform der Nächstenliebe“.
Zuletzt ist es – Gott sei Dank – ruhig geworden um die Stiftung „Nachbar in Not“. Bis ihr Vorstandsvorsitzender, Franz Prüller, vergangene Woche den dramatischen Hilferuf für den Sudan veröffentlicht hat. Dabei meint der langjährige Generalsekretär der Caritas Österreich für Auslandsarbeit, dass ihn vieles an den Kosovo erinnere. Doch nach 16 Jahren bei der kirchlichen Hilfsorganisation und vielen Projekten im ostafrikanischen Land ist Prüller sudanerfahren: „Das ist ein ganz brutaler Bürgerkrieg. Da wird Hunger als Kampfmittel eingesetzt.“ Um in Darfur helfen zu können, sei Zusammenarbeit notwendig: der sieben Hilfsorganisationen, aber auch der acht Millionen Österreicherinnen und Österreicher.