Am Sonntag berichtete die ARD über das Priesterseminar in St. Pölten. Am Montag kamen die Dementis, dass weder der Vatikan jahrelang von den Vorgängen im Seminar gewusst hätte noch für den nun verurteilten Seminaristen ein mildes Urteil he-rausgehandelt worden sei. Im „profil“ stand zu lesen, man suche bereits die „undichte Stelle“, welche den Skandal öffentlich gemacht habe. Die Kirche wäre gut beraten, ihr Verhältnis zur Öffentlichkeit gründlich zu überdenken. Mag sein, dass an vielen kursierenden Gerüchten nichts dran ist. Doch Gerüchte entstehen besonders gut, wenn etwas im Verborgenen geschieht, wie eben die Visitation in St. Pölten. Eine Pressekonferenz reicht nicht. Zumindest der Endbericht muss veröffentlicht werden. Die Kirchenbeitragszahler haben ein Recht darauf.