Sie hatte rund 50 Country-Hits und trotzdem wird uns Jungspunden ihr Name nicht viel sagen. Wahrscheinlich deshalb weil Loretta Lynn bereits um die 70 ist und ihr Karrierehöhepunkt lange zurückliegt. Durch Jack White von den White Stripes könnte Lynns Musik neue Popularität erlangen. Denn als Produzent des Albums schlägt er eine Brücke zwischen den Generationen. Unterm Strich kam ein herzhaft frisches und energiegeladenes Album raus – fast ein bisschen hingerotzt will man meinen, denn manchmal rumpelt und stampft es da ganz gehörig aus den Lautsprechern – äußerst rustikal. So sehr die Lynn Country ist, so sehr ist White Blues und genau das hört man dem Album an. Lynn lässt bluesige Songs auf Country folgen und umgekehrt. Zwar wirkt „Have Mercy“ leicht überzeichnet; die dargebotene Version hätte wohl besser zu den White Stripes gepasst. Doch werden wir mit „Portland Oregon“ – einem Duett mit White – versöhnt. Gleich darauf ein gesetztes „Trouble On The Line“, bei dem die Pedal Steel im Vordergrund steht. Am Ende erzählt uns Lynn noch die Geschichte ihres Lebens. Eine Frau, die weiß, wovon sie singt.
Loretta Lynn – Van Lear Rose (erschienen bei Interscope Records)