Ausgabe: 2004/37, AK, Arbeiterkammer, Altenpflege, Studie
07.09.2004
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Hohe seelische und körperliche Belastung, schlechte Bezahlung, geringes soziales Ansehen – so sehen nach einer Studie der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege aus. Diese Tatsachen sind neben belastenden Arbeitszeiten und mangelnden beruflichen Perspektiven die Ursachen für die Unzufriedenheit der in diesem Bereich angestellten Männer und Frauen. Die durchschnittliche Berufsverweildauer ist dement-sprechend kurz, sie beträgt lediglich sieben Jahre.
Doch das Berufsfeld der Altenbetreuung und -pflege gehört zu den Wachstumsbranchen. Österreichweit fehlen 1000 Be-schäftigte, der Bedarf ist steigend. Um auf lange Sicht qualitativ hochwertige Pflege garantieren zu können, müssen die Arbeitsbe-dingungen verbessert werden. Die Arbeiterkammer fordert einerseits die Politik auf, diesen wesentli-chen Beruf mit steigender Bedeutung als solchen zu honorieren und Kürzungen in diesem Bereich zu unterlassen. In Oberösterreich gebe es dafür positive Ansätze, doch es besteht noch mehr Handlungsbedarf, meint AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Zum anderen schlägt die Arbeiterkammer vor, die Altenpflege in den Begriff der Schwerarbeit einzubinden. Das erfordere eine Neudefinition von „Schwerarbeit“, sagt Dr. Kalliauer, doch man dürfe auf diese Gruppe nicht vergessen. Auch Arbeitszeitmodelle und bessere Bezahlung sind zu überlegen, um die Belastungen für Altenbetreuer/innen nicht zu groß werden zu lassen. Dann bleibt die Motivation der Menschen, die diesen Beruf ausüben, erhalten und sie haben länger die Kraft dafür.