Visitator Bischof Klaus Küng in Aigen: Verurteile niemanden
Ausgabe: 2004/37, Küng, Krenn, St. Pölten, Priesterseminar, Sommerakademie, Rothe
07.09.2004
- Matthäus Fellinger
Bischof Klaus Küng sprach vor Priestern über Ehe und Zölibat sowie über die Vorfälle in St. Pölten.
Ohne Bezug zu Gott ist der Zölibat eigentlich unverständlich, betonte Bischof Klaus Küng bei der Theologischen Sommerakademie in Aigen am 31. August im Vereinshaus Aigen. Küng sprach von einer Erotisierung der Gesellschaft. Alle, die in kirchlichen Einrichtungen tätig sind, hätten sich hohen Ansprüchen zu stellen. Nur reife Persönlichkeiten könnten mit solchen Aufgaben betraut werden, betonte er. Es braucht nicht fehlerlose, aber liebesfähige Menschen. Küng ging in Aigen auch auf seine Aufgabe als Visitator in der Diözese St. Pölten ein. Man dürfe die Vorkommnisse nicht unterschätzen. Es seien im St. Pöltner Priesterseminar schlimme Dinge passiert, meinte Küng. „Es ist schmerzhaft, zum Teil sehr schmerzhaft, aber wir müssen die Wahrheit sehen“, wies Küng auch „Verschwörungstheorien“ zurück. Es gehe nicht darum jemanden zu verurteilen – schon gar nicht Kurt Krenn –, sondern es geht um neue Lösungen, betonte der Vorarlberger Bischof.
Die Sommerakademie wurde vom „Linzer Priesterkreis“ ausgerichtet. Bischof Kurt Krenn nahm teil, gab aber keine Stellungnahme ab. Ein ursprünglich vorgesehenes Referat des ehemaligen St. Pöltener Subregens Dr. Wolfgang Rothe wurde abgesagt.