Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz hat am 10. September 2004 ihre neuen Kreißzimmer eingeweiht. Prior Fr. Engelbert Raab (2. von rechts) von den Barmherzigen Brüdern betonte, dass die Medizintechnik in den Hintergrund treten, aber jederzeit zur Verfügung stehen soll: „Das Wunder Leben soll zum Erlebnis werden.“ Die Gestaltung der Zimmer nach den vier Grundelementen soll eine besondere Atmosphäre für die Gebärenden schaffen.
Nach dem ersten Aufschrei um Bettenabbau und Sperren von Abteilungen ist für die Krankenhäuser die Zeit des Verhandelns gekommen.
"Die Struktur eines Krankenhauses wie zum Beispiel Röntgen und Operationssäle ist auf die Bettenanzahl des Hauses ausgelegt", erklärt Dr. Franz Harnoncourt, der ärztliche Leiter des Linzer Elisabethinen Krankenhauses. Darum sei eine Reduktion von derzeit 533 Betten auf 409 Betten für ihn nicht denkbar. Ein derartiger Einschnitt würde das finanzielle und personelle Gefüge der "Lisln" völlig aus dem Lot bringen, formuliert Harnoncourt sehr vorsichtig, aber unmissverständlich.
Elisabethinen
Für ihn ist aber keine Panik angesagt: "Die Reformkommission wird sich der Kraft unserer Argumente nicht verschließen können." So sei unbestritten, dass in Krankenhäusern in der Größe der Elisabethinen – zwischen 500 und 600 Betten – das beste Verhältnis zwischen Kosten und Qualität gegeben ist. Einsparungen in der Größe von 7 bis 9 Prozent der Betten – wie bei den anderen Krankenhäusern auch – sind für den ärztlichen Leiter der Elisabethinen akzeptabel: "Es muss eine Ausgewogenheit unter den Trägern geben." Die Ausbau-, und Neubaupläne der Elisabethinen stehen trotz der Strukturreform außer Diskussion, erklärt Harnoncourt. Die KIZ berichtete im Juli 2004 über das 60 Millionen Euro Projekt, für das 2006 Baubeginn sein soll.
Wirbel in Grieskirchen
Die Teams der Krankenhäuser der Franziskanerinnen von Vöcklabruck, die die Spitäler in Braunau und Grieskirchen führen, sind bereits mit Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer zusammengetroffen. Das Gespräch verlief in einem guten Klima, Entscheidungen sind aber nicht gefallen, bringt Dr. Anton K. Riedl das Gespräch auf einen Nenner. Der Geschäftsführer der Krankenhäuser der Franziskanerinnen verschweigt aber nicht die helle Aufregung, die in der Bevölkerung herrscht. Vor allem die Schließung der Geburten- und Kinderstation in Grieskirchen ist für die Menschen nicht nachvollziehbar. "Wir forcieren keine Unterschriftenaktionen, das Thema hat aber vor allem in Grieskirchen eine Eigendynamik bekommen", so Riedl.
Orden zahlen für Spitäler
Prior Fr. Engelbert Raab von den Barmherzigen Brüdern in Linz weist darauf hin, dass man sich nicht zu sehr an die Frage der Bettenanzahl klammern sollte. Die Orden als Krankenhausträger dürften die nach wie vor offene Finanzierungsfrage nicht vergessen. Die öffentliche Hand deckt im Unterschied zu den Landesspitälern nicht das gesamte jährliche Defizit ab. Hier muss eine gerechte Lösung gefunden werden, fordert der Prior.
Krankenhausseelsorge
Derzeit sind an den 22 OÖ Krankenhäusern 28 hauptamtliche Krankenhausseelsorger/innen im Einsatz. Krankenpastoral-Leiterin Dr. Anna Seyfried glaubt nicht, dass die Spitalsreform negative Auswirkungen auf die Seelsorge hat. Alle Träger – Land, Stadt Linz und Orden – würden zunehmend erkennen, dass die Seelsorge ein Qualitätskriterium für ein Krankenhaus ist.