Wer wagt, gewinnt. Auch in Geldangelegenheiten. So ist es längst nicht mehr, dass einer sein Übriggebliebenes auf ein Sparbuch legt – und er weiß dann zuverlässig, wieviel dies in 15 Jahren wert sein wird. Heute spekulieren Menschen mit ihrem Geld, riskieren dabei. Die Gewinnchancen steigen mit dem Grad des Risikos. Die Aktienmärkte basieren auf diesem Spiel mit dem Risiko. In einem Bereich sind selbst geübte Spieler mit dem Geld erpicht darauf, dass alles seine Richtigkeit hat –und dass jeder Groschen – auch wenn es Groschen inzwischen gar nicht mehr gibt – genau dort landet, wo man ihn haben wollte: beim Spendenzweck. Seriöse Spendenorganisationen müssen viel Aufwand treiben mit dem genauen Nachweis, wofür alles verwendet wurde. Genau dieses Kind hat von meiner Spende einen Monat lang essen können, will der moderne Spender wissen. Irgendwann wird er dieses Kind auch noch besuchen. Das kostet dann zwar mehr als jemals gespendet wurde, aber dafür weiß man Bescheid. Doch gerade wo die Verhältnisse am unsichersten sind, ist die Hilfe am nötigsten. Beim Spenden aber haben Leute oft eher das eigene Sichergehen im Auge als die Sicherheit dessen, dem geholfen werden soll. Caritas und Kirchenzeitung laden ein, für ein Sozialprojekt in Serbien zu spenden. (Seite 3) Das betrifft eine politisch sensible Zone mit Spannungen zwischen Nationalitäten. Das größte Risiko, das man in Bezug auf Serbien eingehen kann, ist jenes, nichts zu tun.