Wie hilflos – und wirkungslos – bislang die Beobachter der Afrikanischen Union im Sudan waren, macht der Blick auf deren leere Benzinkasse klar. Bisher waren 133 von ihnen in Darfur eingesetzt, um hunderttausende Flüchtlinge zu schützen. Erhalten sie kein Benzin aus der sudanesischen Hauptstadt – also von einer der in den Konflikt involvierten Seiten –, dann sitzen sie fest in dem Gebiet, das so groß ist wie Frankreich. Wie bei der UN-Vollversammlung nun bekannt wurde, ist kein Land – außer Kanada – bereit, für die dringend benötigten 5000 UN-Soldaten Geld locker zu machen. Wie lange wird noch geredet, bis endlich die Weltgemeinschaft in der laut UNO „aktuell schlimmsten humanitären Krise“ handelt?
Walter Achleitner
Geschürte Ängste
Am 6. Oktober entscheidet die EU-Kommission über ihren Türkei-Bericht. Im Dezember liegt es dann an den Regierungschefs der 25 EU-Länder, ob mit der Türkei Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden. Sollte es dazu kommen, so rechnen Experten damit, dass diese wegen der vielen offenen politischen und wirtschaftlichen Fragen zehn bis 15 Jahre dauern werden. Dann liegt es immer noch bei den EU-Staaten, ob sie den Verhandlungsergebnissen zustimmen oder nicht. Vor diesem Hintergrund ist es schon merkwürdig, warum das Thema derzeit die Gemüter so erregt. Immerhin sind laut einer Umfrage 76 Prozent der Östereicher/-innen gegen Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Ob da nicht tiefsitzende Fremdenängste mitschwingen? Bestürzend, dass neben der FPÖ nun auch die SPÖ mit diesen Ängsten spielt, anstatt sich sachlich mit den Fragen auseinanderzusetzen.